Tag 16: Gesamtdeutscher Straßenbau

Tag 16 (16. September 2026)

Von Ummerstadt bis Lindenau (beides Gemeinde Heldburg)

Es hat geregnet, und auf dem frischen Asphalt zischen die Autos zügig über die Grenze zwischen dem bayerischen Dorf Autenhausen und dem thüringischen Lindenau vorbei.

Ein Beitrag zum Stand der deutschen Einheit – gesehen an der Gedenkstätte zum Grenzübergang zwischen Autenhausen und Lindenau.
Im Herbst 1989 forderten die Bürger in Lindenau ihren eigenen Grenzübergang nach Bayern. Gebaut haben sie ihn sich dann selbst.

Die Geschichte dieses Übergangs ist besonders. Die beiden Dörfer liegen nur wenige Kilometer auseinander, waren aber vierzig Jahre durch die Grenzanlagen getrennt. Im Tumult der zusammenbrechenden DDR hatte der Übergang hier keine Priorität und so bauten sich die Menschen ihn selbst. Eröffnet wurde er im Dezember 1989. Möglich wurde das nur, weil westdeutsche Baufirmen die rechtlich nicht vorgesehene Straße heimlich auch auf der DDR-Seite als Schotterpiste auswalzten. Der Osten hatte dafür keine Kapazitäten, und das westdeutsche Straßenbauamt sah sich nicht in der Lage, „im Ausland zu arbeiten“.

Die Geschichte wird anschaulich erzählt am Übergang, mit vielen historischen Fotos, einem Stück Grenzzaun, einer gemauerten Bank und dem auf meiner Wanderung ersten – und bisher einzigen – gesamtdeutschen, schwarz-rot-gold bemalten Mülleimer.

 

Distanz: es wären etwa 9 Kilometer gewesen; aber wegen einer kleinen Verletzung war ich gehandicapt und bin Teile der Strecke mit dem Auto gefahren, ca. 6.000 Schritte

Begegnungen mit Wanderern: keine, siehe oben

Jäger-Hochsitze am Weg: keine, siehe oben

Alle Texte aus meinem Wandertagebuch #Grenzerfahrung finden Sie hier.