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Bequemlichkeit, Materialismus und Geltungsdrang: In der Oper „Das Rheingold“ von Richard Wagner gibt Göttervater Wotan einen protzigen Prachtbau in Auftrag, obwohl er schon zu diesem Zeitpunkt weiß. dass er den Preis dafür nicht bezahlen kann.  Die Oper lehrt, warum ein zukunftstaugliches Staatswesen eine „Schuldenbremse“ braucht – und doch an ihr scheitert. Mit den unbezahlten Rechnungen nimmt bei Wagner letztlich der Niedergang der ganzen Götterwelt im „Ring des Nibelungen“ seinen Anfang. In Stuttgart ist die Oper derzeit wieder zu sehen – mit Wotan als heruntergewirtschaftetem Zirkusdirektor. Er führt sein Familienunternehmen „Gutgelaunt Richtung Abgrund.“ (Bitte auf das Bild tippen oder klicken; auch als Audiodatei) Foto: Matthias Baus, bereitgestellt von Oper Stuttgart
Den Stolz auf das Deutsche will der Nichtextremist nicht den Rechtsextremen überlassen. Worauf also darf er stolz sein? Eine historische Ermittlung beginnt im Tempel des deutschen Geistes, der „Walhalla“ in der Nähe von Regensburg, und reist dann weiter nach Berlin in ein Depot für gefallene Denkmäler. Stolz ist der Nichtextremist schließlich auf die charmante Ambivalenz des Deutschen. (Bitte auf das Bild tippen oder klicken, auch als Audiodatei).
Was steckt in den Koffern alter Männer? Im Theaterstück „Minetti“ von Thomas Bernhard schwadroniert ein alternder Schauspieler eineinhalb Stunden über seinen verlorenen Ruhm, bis er endlich die Maske aufsetzt, die er in einem Koffer mit sich herumträgt. Altkanzler Gerhard Schröder weiß nichts von einem solchen Koffer. In der ARD-Dokumentation „Außer Dienst“ zeigt er sich wie „Minetti“ uneinsichtig und selbstverliebt. Was wäre drin in seinem Koffer, wenn er einen hätte? Ein Text über alte Männer und ihre Koffer. (Bitte auf das Bild tippen oder klicken; auch als Audiodatei). Foto: Monica Rittershaus, bereitgestellt von Residenztheater München
Berta Levi wurde in der jüdischen Gemeinde von Haigerloch am Rand der Schwäbischen Alb geboren. Würde ihre Lebensgeschichte verfilmt werden, dann begänne sie in einer idyllischen Welt und in einer Großfamilie, die schon lange im Schwäbischen lebte. Mit 33 Jahren ging Berta Levi nach München, und viele Jahre später brach das Grauen herein in ihr Leben und das aller Juden – auch der in Haigerloch. „Berta Levi und das Kino von Haigerloch“ erzählt eine wahre Geschichte in Deutschland, und wäre sie ein Film, könnte sie tatsächlich im Kino enden. Wie kann das sein? (Bitte auf das Bild tippen oder klicken, auch als Audiodatei)
Eine Kirche als modernes Zeitdokument: Die Brenzkirche am Stuttgarter Killesberg war einmal ein Bauhaus-Kunstwerk. Dann musste sie unter dem Druck der Nazis „entschandelt“ werden, und heute steht sie gerade wegen dieser Verschandelung unter Denkmalschutz. Nun haben sich aber alle Beteiligten darauf geeinigt, der Kirche endlich das Äußere zu geben, das ihr in der Nähe der weltberühmten Weissenhof-Siedlung zukommt. Die Brenzkirche in Stuttgart ist #57 meiner Sammlung der #1000Kirchen. (Bitte auf das Bild tippen oder klicken)

… meine Essays als #Politikflaneur

  • Die charmante Ambivalenz des Deutschen
    Historische Ermittlungen eines Nichtextremisten Man dürfe den Stolz auf das Deutsche nicht den Rechtsextremen überlassen, hatte der Nichtextremist gehört und als überzeugend empfunden. Nur: Was alles ist „das Deutsche“, auf das ...
  • Berta Levi und das Kino von Haigerloch
    Eine wahre Geschichte in Deutschland Es könnte ein Film sein über ein jüdisches Leben in Deutschland, erzählt wie so viele „nach einer wahren Geschichte“: Auf dem Land wächst eine junge Frau ...
  • „Ehre ist Zwang genug“ – Eine Tugend stürzt ab
    Über den Verfall der Selbstachtung im politischen Diskurs „Ehr is dwang nog – Ehre ist Zwang genug.“ Dieser aus dem Mittelalter stammende Spruch ziert ein Kaufmannshaus in Münster. Die Historikerin und ...

… meine kulturpolitischen Essays als #KulturFlaneur

  • Gutgelaunt Richtung Abgrund
    Wagners „Rheingold“ und die Schuldenbremse  Mit diesem alt gewordenen Patriarchen würde kein Familienunternehmen glücklich werden. Selbstbezogen regiert er sein Reich, seine Familie lungert verwöhnt herum. Schlapp und ohne eigene Meinung lässt ...
  • Alte Männer und ihre Koffer
    Über „Minetti“ im Theater und Gerhard Schröder im wirklichen Leben Es wäre doch eine schöne Vorstellung, wenn ein alter Mensch seine Verdienste, die Nachweise der eigenen Unverzichtbarkeit, in einem Koffer mit ...
  • „Ehre ist Zwang genug“ – Eine Tugend stürzt ab
    Über den Verfall der Selbstachtung im politischen Diskurs „Ehr is dwang nog – Ehre ist Zwang genug.“ Dieser aus dem Mittelalter stammende Spruch ziert ein Kaufmannshaus in Münster. Die Historikerin und ...

… meine Sammlung #1000KIRCHEN

  • Die Entschandelung der „Entschandelten“ (#57)
    Ev. Brenzkirche am Weissenhof, Am Kochenhof 7, 70192 Stuttgart Mein Besuch am 5. April 2024 Die Nationalsozialisten waren wenige Wochen an der Macht, als am Stuttgarter Killesberg eine Kirche geweiht wurde, die ...
  • Die Jugendstil-Kirche (#56)
    Erlöserkirche, Ungererstr. 13, 80802 München Mein Besuch am 16. April 2024 So wie heute in unseren Großstädten Moscheen wachsen, finanzierten Zugewanderte mit evangelischem Bekenntnis Ende des 19. Jahrhunderts im tiefkatholischen München Kirchen ...
  • Die Schmucklose über dem Rhein (#55)
    Basler Münster, Münsterplatz 9, 4051 Basel, Schweiz Mein Besuch am  24. März 2024 Den Stadtplan musste ich bemühen, um das Münster überhaupt zu finden. Anders als häufig sonst prahlt die stadtbildprägende Kirche ...

und alle weiteren Kirchen

… meine Eindrücke als #BerlinerFlaneur

  • 12 Berliner Lektionen (30. Juni 2021)
    Drei Monate in der Hauptstadt, und kein Ende der Chancen in Sicht. Der Flaneur ist nicht fertig mit dieser Stadt, aber seine Berliner Zeit ist erst einmal vorbei. Was lernt ...
  • Fanny, Käthe und ihre Väter (24. Juni 2021)
    Fanny liebte die Musik. Ihre Mutter, selbst aus einer Pianistenfamilie stammend, hatte ihr das Klavierspiel nahegebracht, sie hatte gute Lehrer gehabt, sie hatte bereits erste Kompositionen gefertigt und mit Erfolg vorgetragen. Jetzt ...
  • Kirchen-Politik (20. Juni 2021)
    Rund 400 christliche Kirchengebäude gibt es in Berlin, fast drei Viertel davon evangelisch, der Rest meist katholisch, einige orthodoxe Gotteshäuser sind auch dabei. Und natürlich gibt es Synagogen, Moscheen, Tempel. ...

und alle weiteren Reportagen aus Berlin