Seelen-Raststätte (#0004)

Autobahnkirche St. Thomas von Aquin, Marktplatz 1, 91257 Pegnitz/Trockau

Mein Besuch am Ostermontag, 5. April 2021

„Raststätten für die Seele“ sollen Autobahnkirchen sein, lese ich im entsprechenden Wikipedia-Eintrag. Mich haben die Hinweisschilder auf Autobahnkirchen schon immer fasziniert, sie sind für mich großartige Stachel im Fleisch der dahinhetzende Mobilität, ein Gegenstück zu allem, was unsere Gesellschaft mit einer Autobahn verbindet: Schnell, schnell, dahin zum Ziel. Und dann hält da einer an und geht in eine Kirche? Wie viele derjenigen, die da dahinrauschen in Sicht- und Hörweite, halten das wohl für einen ganz außergewöhnlich unsinnigen Impuls, eine gerade provozierende Störung?

In Trockau liegt St. Thomas von Aquin weithin sichtbar am Rande der A9, der Lebensachse zwischen Berlin und dem Süden der Republik. Ein einfacher Bau, erst 1950 geweiht, und doch in konventionellem Stil erbaut, ohne architektonische  Experimente. Der Turm wurde sogar erst zwanzig Jahre später hinzugefügt. All das geschah, als es die Autobahn schon gab, aber noch nicht den Status einer „Autobahnkirche“. Den trägt dieser stille, unaufgeregte Bau erst seit 2010.

Mich rührt dieser Raum an: Viel Backstein, warmes Licht erfüllt den weiten, und doch intim wirkenden Bau. Im Gästebuch reihen sich die Einträge mit großem zeitlichen Abstand hintereinander; Menschen, die auf der Rast mehr suchen als einen Picknick-Platz, eine Toilette, einen Coffee-Shop. Die eine Inspiration, einen Moment des Innehaltens suchen auf der Hetze von A nach B. Eine gute Idee – in Deutschland gibt es 42 Autobahnkirchen.

https://www.autobahnkirche-trockau.de/

https://www.autobahnkirche.de/abk/liste-der-autobahnkirchen-in-deutschland.html

 

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