Ein Gartenbuch (nicht nur) für Hitzetage (ULZ#11)

Utes #Lesezeichen Nr. 11

Mein Leben im Schrebergarten von Wladimir Kaminer, erschienen im Manhattan-Verlag, 2007,  224 Seiten, derzeit lieferbar als Goldmann-Taschenbuch

ausgelesen am 13.08.2026

Sehr gerne stöbere ich im Internet nach kulturellen Angeboten rund um die Literatur. Dazu gehören  – nicht gerade überraschend –  Autorenlesungen, die es in durchaus attraktiver Zahl und Vielfalt in und um Stuttgart gibt (dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach sein Dank). In früheren Jahren ging von solchen Angeboten keinerlei Reiz für mich aus. Doch seit einigen Jahren finde ich es einfach spannend zu sehen und zu erleben: Wie ist ein T.C. Boyle oder eine Helga Schubert live? Nahbar? Arrogant? Erhält meine Neugier nach der Person hinter dem Buch, die mir manchmal bottomless scheint, neues Futter?

Nun  denn, ich war auf jeden Fall auf der Suche nach einer Lesung, innerlich auch bereit, gleich mal zwei Karten für uns zu ordern, als der Name Wladimir Kaminer vor mir auftauchte. Zwei Termine blinkten bei der ersten Suche auf – einmal am 23.9.26 in der Spielbank in Stuttgart, einmal am 11.1.2027 im Theaterhaus. (Links führen zum Kartenvorverkauf). Ein mir durchaus bekannter Autor – und ich hatte noch nie ein Buch von ihm gelesen. Grübeln. Das hat in der Regel Gründe und ich wähnte frustrane, abgebrochene Leseversuche in den vergangenen Jahren. Da ich aber immer bereit bin, mich auch Neuem zu stellen: flugs den Wikipediaeintrag zur Orientierung gelesen, dann die wichtigsten Werke geordert. Ich entschied mich für „Russendisko“, seinen Debütroman, angeblich sein bestes Buch und für „Die Reise nach Trulala“, weil der Titel albern klang und ich an diesem Tag gut drauf war. Und da der Google-Algorithmus meine Schwäche für alles Grüne kennt, wurde mir auch noch „Mein Leben im Schrebergarten“ vorgeschlagen. Nahm ich auch. Ist doch ein schönes Sommerbuch bei dieser Hitze, sollte nicht zu anspruchsvoll werden.

Mit Beginn der Lektüre schwante mir zunächst nichts Gutes. Oh je, das wird oberflächlich, erfüllt einfach ein Klischee nach dem anderen, alles ein wenig im Erzählstil und Humor von Ephraim Kishon. Der war auch mal richtig gut, heute passt das einfach nicht mehr. Doch dann ließ ich mich ein auf Kaminers Spaziergang durch das Gartenjahr in seinem Schrebergarten in Berlin als Gartennovize – und hatte eine Menge Spaß. Ich erfuhr interessante Details über Gartentechniken in seiner Heimat Russland, dem Konflikt von Ossis und Wessis in der urdeutschen Vereinsanlage des Schrebergartens, dem Familienleben des Autors zu Erntezeiten und die Entstehung des Romans auf der Gartenterrasse.

Es war ein nettes Buch, und genau die richtige Begleitung für Hitzetage. Und zumindest hat er mich neugierig gemacht. Also Russendikso kommt auf jeden Fall noch und Trulala muss schon wegen des Titels sein, und dann sehen wir mal weiter. Doch das hat erst einmal Zeit. Vielleicht für kalte Tage im Winter 😊.

Spontan fallen mir noch zwei weitere, hervorragende Bücher zu einem Jahr im Garten ein, einmal „Bin im Garten“ von Meike Winnemuth und „Die grüne Hölle“ von Maarten t’Hart. Wenn Ihr Lust habt, erzähle ich Euch einmal davon. Beide Bücher habe ich mit großer Begeisterung gelesen.

 

Leseempfehlung: für GärtnerInnen; für Liebhaber von und Spötter über Schrebergärten; für alle, die einmal den Blick von außen auf „das Deutsche“ bekommen möchten; für alle, die auch noch nie verstanden haben, warum wir so einen Bohei um Rhabarber machen;

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Das kleine große Sommerglück im Freibad (ULZ#10)

Utes #Lesezeichen Nr. 10

Seemann vom Siebener von Arno Frank, erschienen bei Tropen, 2023, 232 Seiten

ausgelesen am 09.08.2026

Das Päckchen, jetzt im Sommer, kurz vor unserem Urlaub, war unschwer erkennbar in Größe und Gewicht als Taschenbuchsendung, und die Schrift verriet die Senderin: meine Tochter. Ein schmales Bändchen in Swimmingpoolblau, „Seemann vom Siebener“ von Arno Frank, fiel mir in die Hand. Dazu eine Postkarte mit Sommerzitronen, wunderbar passend, und ohne einen Satz gelesen zu haben, kamen Erinnerungen auf und ich bekam Lust auf Sommer und Freibad. Schon auf der Titelseite ein Zitat von Christine Westermann: „Eine traumhafte Leichtigkeit, eine fein dosierte Mischung aus Witz und Wehmut, Komik und Drama.“

Und dann passierte es bei der Lektüre: die Sommertage meiner Jugend und die Zeit, als die Tochter noch klein war, plätscherten wie kleine Wellen über den Beckenrand, endlos, nimmermüde. Das Lagern auf dem Handtuch, etwas unbequem, wenn man die Decke vergessen hat. Oder das Pieksen an den Füßen beim Laufen über die vertrocknete Wiese. Und das Beobachten der anderen Badegäste (kenne ich den nicht? Warum zieht der sich so verrenkt die nasse Badehose unter dem Handtuch aus – guckt sowieso niemand). Nochmal ins Wasser gehen? Eigentlich müssten wir doch heim, arbeiten, Hausaufgaben machen – ach egal, schaffen wir schon.  Wer hat auch solche Erinnerungen?

Im „Seemann vom Siebener“ spielt auch ein Bademeister mit dem wunderbaren Namen Kiontke eine wichtige Rolle. Diesen Namen hatte ich noch nie wahrgenommen, Google erzählt mir, dass es ein Name aus ostdeutschen Siedlungsgebieten, auch schlesischer Herkunft ist, Ursprung irgendwas mit Kiefer. Kiefer oder Föhre finde ich super, im Sand in einem Kieferwäldchen liegen, an der Ostsee, in Kroatien am Meer, perfekt, zählt zum Sommerwasservergnügen 😊.

Aber Kiontke könnte auch Müller oder Maier heißen. Er ist wie alle Bademeister schon immer da, kennt alle und alle kennen ihn, manche fürchten ihn auch, weil er in der Regel wohlgegründet von seiner Autorität Gebrauch machen muss. Er ist der Herrscher über Pflaster, Beckenabsperrungen und hütet durch Einhalten hygienischer Vorgaben die Wasserqualität.

Das klassische Bad hat in der Regel auch einen Sprungturm. In Kiontkes Schwimmbad hat er Bretter auf ein, drei, fünf und schwindelerregenden sieben Metern. Der Siebener ist allerdings gesperrt – und das ganze Buch rankt sich um ein Unglück, das damit verbunden ist.

Auf der Rückseite der Sommerzitronen gab es übrigens eine Empfehlung meiner inzwischen erwachsenen Tochter: Der Podcast „Zwei Seiten“ von Christine Westermann und Mona Ameziane wäre hörenswert, stand da, und da die Folge über das Flirten. Also Häkelsachen gefasst, Podcast eingeschaltet – denn wusstet Ihr, dass man beim Stricken oder Häkeln besser hören kann? Anatomisch und physiologisch ein ganz spannendes Thema … .

Also mein Tipp: Holt eure Häkel- und Stricksachen (weiß nicht, was Männer mit ihren Händen auf Badeliegen tun können außer Daddeln), kauft ein Ticket für das Freibad Eures Herzens und genießt die Erinnerungen.

Häkelglück und eine Postkarte mit Sommerzitronen – wenn das mal keine Einladung ins Freibad ist. Und dazu ein passendes Buch …

Übrigens: ein Seemann ist ein waghalsiger Sprung. Der Kopf voraus, die Hände eng am Körper oder die Finger verhakelt auf dem Rücken. Würde ich mich nie trauen; mein höchster Sprung war vom 5m-Brett und liegt seehr lange zurück.

 

Leseempfehlung: für Wasserratten und solche, die das Freibad ihrer Kindheit nie vergessen haben; PodcasthörerInnen; Mütter und Väter geliebter Töchter (und Söhne); für alle Kiontkes dieser Welt;

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Utes Lieblingsschwimmbad an heißen  Tagen ist das „Bädle“ in Stuttgart-Zuffenhausen. Darüber gibt´s hier auch einen Text von Andreas.

 

 

Utes #Lesezeichen Nr. 9: Dreimal Island

EDEN, erschienen 2025 im Insel-Verlag, 248 Seiten, Miss Island, erschienen 2022, ebenfalls im Insel-Verlag. 236 Seiten, Weiß ich, wann es Liebe ist? erschienen 2011 bei Suhrkamp, 302 Seiten, alle von Auður Ava Ólafsdóttir

ausgelesen am 15.03.2026, am 01.07.2026 und am 09.07.2026

Am Anfang des Jahres habe ich über die Veröffentlichung des Buches EDEN von Auður Ava Ólafsdóttir gelesen, eine Frau, deren Namen ich noch nie gehört hatte und auch nicht aussprechen kann. Eine Isländerin, geb. 1958, die in Frankreich und Italien Kunstgeschichte studierte und Direktorin eines Kunstmuseums war. Sie hat schon zahlreich veröffentlicht und ist in ihrem Heimatland durchaus bekannt, bei uns allerdings nicht – wer interessiert sich ernsthaft für isländische Literatur? – und ist daher auch nur teilweise ins Deutsche übersetzt worden. Nun also EDEN, erschienen 2022 in Island, übersetzt und erschienen in Deutschland 2025. Angezogen hatte mich zunächst der Titel (natürlich dachte ich umgehend an den Garten Eden), das Cover (grüne, weite Landschaft, mit Seen /Meer, Bergen, menschenlos, die Schrift in Rot, die wie reife Äpfel an einem Baum hängen, Symbol der Verführung Evas durch die Schlange, bis das Drama mit der Vertreibung aus oben erwähntem Garten begann. Der Rest ist Historie).

Auf der Rückseite des Buches ein Zitat : „Eine Autorin, von der man sofort mehr lesen möchte“ (NDR Kultur). Stimmt absolut, das erging mir ebenso, doch dazu später.

Der Inhalt des Buches: eine Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavik hängt ihre akademisch Karriere an den Nagel, zieht aufs Land und legt einen Garten an. Ganz nebenbei erlernt sie eine neue Sprache – die des Herzens, so der Aufdruck des Verlags. Nun, der Inhalt dieses Buches entspricht auf den ersten Blick nicht meinem Beuteschema – doch man lernt eine Menge über die Bedeutung von Isländisch als sterbende Sprache, die isländischen Begriffe für Warmwasserversorgung, Mischbatterie und Toilette, wie auch die Deklination von kýr, Kuh. Wer wollte das nicht wissen?

Einschub ganz nebenbei: in Cannes wurde 2025 ein Film namens PANDA ausgezeichnet, spielt in Island, und ja, auf Isländisch heißt Bambusbjörn = Panda. Mein Herz war sofort verloren, aber das ist ein anderes Thema, hier der Link zum Film The love that remains (Link führt zu YouTube).

Doch zurück zum Buch: Da ist also diese Frau mittleren Alters, die sich philologisch mit den KollegInnen der internationalen Elite messen kann, anfängt, dem Boden Islands aus Steinen, Eis und Schnee, eingehüllt in Wind und Stürmen, bedroht von Vulkanen, einen Garten Eden abzutrotzen, und dabei erstaunliche, ungeahnte Kompetenzen erlernt bzw. in sich entdeckt. Wundervoll, tolles Buch, warmherzig, gerne mehr davon.

Nun ja, dann war natürlich der Bann gebrochen, und gemäß des Zitats des NDR, dass es sich bei Auður Ava Ólafsdóttir um eine Autorin handelt, von der man mehr lesen möchte, ging ich auf die Suche weiterer Veröffentlichungen von ihr. Üblicherweise erwerbe ich ja gerne die komplette Bibliographie einer Autorin, die bis dato erschienen ist. Dies war diesmal schwierig, da nur wenige ihrer Bücher bislang ins Deutsche übertragen wurden.

Es folgte Miss Island, eine Geschichte über eine junge Frau auf dem Weg zur Schriftstellerin, die in der konservativen und männerdominierten Gesellschaft der sechziger Jahre in Reykjavik an der mangelnden Emanzipation zu scheitern scheint, abgesehen davon, was Me too in dieser Zeit hieß. Obwohl das Buch eine Zeit beschrieb, in der ich selbst heranwuchs, erschütterte mich der Stand der Emanzipation der Frauen zu diesem Zeitpunkt, und hielt mir einen Spiegel vor, welche Fortschritte in einer Lebensspanne schon geschafft wurden, wohl wissend, dass der Weg noch lange nicht zu Ende sein darf und kann.

Und schließlich habe ich Weiß ich, wann es Liebe ist? gelesen, die Geschichte eines jungen Isländers, der Rosen züchten möchte in einem alten Klostergarten im Süden Europas, und sich währenddessen mit seiner Rolle als Vater eines kleinen Mädchens auseinandersetzt.

Worin liegt nun die Faszination für diese isländische Autorin? Sie hat eine gefällige und unspektakulär klare Sprache ohne Schnörkel. Das fremde Ambiente fasziniert und eröffnet dem Leser, der Leserin in der Abstraktion eine bessere Identifikation mit den ProtagonistInnen, denn Island ist weit, und ich kann mich zu 100% darauf einlassen, ohne dass sich die Problematik in meiner Seele festsetzt. Ich habe viel über Island, vor allem die Gesellschaft in Island und letztlich über diese für uns eher ungefällige Sprache, bei der man schlichtweg an nichts anknüpfen kann, gelernt.

Ich gehe weiter auf die Suche nach Büchern von Auður Ava Ólafsdóttir und google jetzt einmal als Nächstes die Aussprache.

Leseempfehlung: für Island-Fans und solche die es werden wollen; LeserInnen, die sich entführen lassen wollen in die faszinierende Welt von Feuer und Eis; für hartgesottene GärtnerInnen; für emanzipierte Männer und Frauen;

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Utes #Lesezeichen Nr. 8: Hunger nach Leben

Für Polina, von Takis Würger, erschienen 2025 im Diogenes Verlag, 293 Seiten

ausgelesen am 26.07.2026

Ankündigung: In meinem heutigen Text zu Für Polina werde ich wenig zum Inhalt des Buches verraten, da ich hoffe, dass alle meine LeserInnen dieses Buch ebenfalls lesen werden und ich möchte nicht ein einziges Detail verraten. Zu wichtig ist jede Wendung und jedes Detail.

Ich habe Für Polina gelesen, weil Martin Suter dieses Buch in einer seiner letzten Veröffentlichungen als Lieblingsbuch bezeichnet. Ich lese viel; Altes, Neues, mal mit Anspruch und auch viel Anspruch, mal entspannend. Suter gehört sicher eher zur letzten Kategorie, aber ich liebe seinen sanft wiegenden Erzählstil und schätze ihn v.a. als Abendlektüre sehr. Sein Urteil zählt für mich durchaus. Nun bekam ich vor wenigen Tagen Für Polina geschenkt und ich habe sie allen anderen Aspiranten auf meinem Bücherlesestapel vorgezogen, eine Sonderbehandlung, deren sie sich als wert erwies.

Heute Vormittag bin ich am Ende von Für Polina angekommen, natürlich mit großem Bedauern, mit Trauerschmerzen, dass wieder ein gutes Buch, deren Geschichte ich gerne immer weiter gelesen hätte, endet. Ich habe Hannes, den teilweise autistischen jungen Mann und Protagonisten des Buches, von Anfang an geliebt, Polina, seine Seelenverwandte, mit ihrem Hunger nach Leben verstanden und wollte sie doch oft ganz mütterlich in den Arm nehmen und vor den Stromschnellen des Lebens bewahren (habe selbst eine Tochter), bin durch Hamburg gelaufen (kenne jede beschriebene Ecke vom Grindel bis zum Treppenviertel) und saß mit ihm im Prinzregententheater, dem „Prinzi“, in München, meiner Heimatstadt. Diese örtliche Nähe und mein Wissen darum sind sicher auch Teil der Selbstverständlichkeit, mit der ich mich im Buch bewegen konnte.

Ganz außerordentlich in diesem Buch natürlich die Bedeutung der Musik. Allein die Beschreibung von Glenn Goulds Aufnahmen des Wohltemperierten Klaviers sind mir bestens bekannt, praktisch eins zu eins zu einer Ausführung meines Akkordeonlehrers. Ich habe die Buchseite auch gleich fotografiert und an ihn geschickt. So viel sei verraten: Musik, Klaviere und Flügel wie auch deren Transport spielen eine außerordentliche (wörtlich verstanden) Rolle in diesem Buch.

Takis Würger ist ein wundervoller Webteppich, ein Kelim? (für Insider, sh. Buch), gelungen, der die Leben der einzelnen Protagonisten zusammenführt und doch deren einzelne Fasern als eigenständige Muster belässt. Vieles ist so filigran beschrieben, lässt nur Gefühle anklingen, skizziert Situationen, dass man Angst hat, bei zu heftigen „Leseattacken“ das feine Spinnennetz zu zerreißen.

Am Ende des Buches erwartete mich ein Foto von John Daniel, ein Gorilla, der im Buch eine übertragene Rolle spielt – so viel sei verraten. Nun habe ich auch seinen Wikipediaeintrag  https://de.wikipedia.org/wiki/John_Daniel_(Gorilla)  gelesen, wohl ahnend, dass dieser Teil der Geschichte historische Wurzeln hat.

Darunter die einfache Frage von Takis Würger, wie das Buch gefallen hat, dazu eine Emailadresse. Sehr ungewöhnlich, aber ich habe mich gefreut, und dies daher als Aufforderung verstanden und meinen Mailaccount geöffnet und geschrieben. Vielleicht der Auftakt zu einer neuen Korrespondenz?

Leseempfehlung: für Literatur- und MusikliebhaberInnen; für Klaviertransporteure; für SpaziergängerInnen in Hamburg, Hannover und anderswo; für Menschen, die an die Lebensliebe und die Freundschaft glauben;  für FreundInnen von Moorhühnern 

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Utes #Lesezeichen Nr. 7: Schwieriges Landleben

Marschlande von Jarka Kubsova, erschienen 2025 (Erstveröffentlichung 2011) bei S. Fischer, 317 Seiten

ausgelesen am 12.03.2026

Der Sprung könnte nicht größer sein! Aus Martin Suters Schweiz ins Marschland bei Hamburg, Ottenwerder, im Hier und Jetzt, wie auch im 16. Jahrhundert. Aus der Business Class in den akademischen Familienhaushalt aus Hamburg. Eine Familie, die sich den Traum vom Landleben erfüllt, und einer Frau Abelke Bleken, die um 1580 auf dem Scheiterhaufen als Hexe brennen musste, weil sie eine aufmüpfige Frau war und einen Hof besaß, den sich ein anderer einverleiben wollte. So die Kurzfassung.

Der Roman von Jarka Kubsova ist zweigeteilt. Zum einen spielt er in der Gegenwart und erzählt die Geschichte von Britta, ihrem Mann Philipp und den Kindern Mascha und Ben, die am Umzug von Hamburg auf das Land scheitern. Dieser Teil des Buches hat mich sehr an den Roman von Martina Behm „Hier draussen“ erinnert, den ich auch erst kürzlich gelesen habe.

Zum anderen taucht der Roman ein in das bäuerliche Leben des 16.Jahrhunderts, als eine Abelke Bleken als Marschländerin auf einem Hof in Ottenwerder lebte, den Hof nach der großen Allerheiligenflut 1570 aufgeben musste und dann den Interessen der Mächtigen zum Opfer fiel und ihres Hofes enteignet wurde. Nicht ganz freiwillig und mit Widerstand. Man entledigte sich ihrer, indem man sie auf dem Scheiterhaufen als Hexe verbrannte, wie viele Leidensgenossen und Leidensgenossinnen in dieser Zeit. Die Protagonistin Britta geht im Roman dieser Geschichte nach und recherchiert, so wie die Autorin gut den historischen Hintergrund in zahlreichen Quellen ergründet hat.

Gute Geschichte, Roman durch den Wechsel der Kapitel in den verschiedenen Jahrhunderten abwechslungsreich. Habe eine Menge über das Leben im 16.Jahrhundert, Plattdeutsch, über die Ungerechtigkeit der Welt  und den Umstand gelernt, dass Städter einfach nicht zu weit auf Land ziehen sollten.

Und es gibt noch eine persönliche Note. Meine Mutter flüchtete als junge Witwe mit meinen beiden Halbschwester an einen Ort hinterm Deich bei Hamburg, britische Besatzungszone. Leider habe ich keine weiteren Aufzeichnungen dazu gefunden, doch vieles spricht dafür, dass es sich eben um diesen Landstreifen bei Ottenwerder gehandelt hat. So bekommen die Landschaftsschilderungen ein neues Farbspiel.

 

Leseempfehlung: für historisch Interessierte, nicht nur für Menschen hinterm Deich, für Frauen und Männer, die für Gendergerechtigkeit einstehen, für Familien, die noch unentschieden sind, ob sie aus einer Großstadt aufs Land ziehen sollen oder es besser lassen sollten

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Utes #Lesezeichen Nr. 6: Glückliche Zufälle

Können Sie mich sehen? von Martin Suter, erschienen am 25.2.2026 bei Diogenes, 208 Seiten

ausgelesen am 28.02.2026

Der Zufall wollte es, dass ich am 25.2.2026 auf Social Media von der neuen Veröffentlichung von Martin Suter erfuhr. Von ihm selbst, auf einem seiner Kanäle. Vielleicht war es auch ein Algorithmus von Google. Der Zufall wollte es, dass ich am 26.2.2026 in der Nähe einer Filiale einer namhaften bayerischen Buchhandlung einen Termin hatte. Der Zufall wollte es, dass der beste aller Ehemänner mich begleitete, und mich im Buchladen zum Erwerb des neuen Suter ermutigte – nachdem ich doch dachte: nein, diesmal nicht, kein neuer Business-Band, ich warte auf den nächsten Allmen.

Seitdem lese ich, natürlich mir großer Freude, schmunzelnd und in der gewohnt geliebten Leichtigkeit Suter-typischer Prosa das Buch – und versuche dabei sparsam zu sein. Immer nur drei oder vier Geschichtchen, damit das Buch, das leider nur 208 Seiten hat, länger hält.

Die Süddeutsche Zeitung hat es ein wenig verrissen als „Absturz in die Economy Class“, bestenfalls als „pure Nostalgie“ https://www.sueddeutsche.de/kultur/martin-suter-koennen-sie-mich-sehen-buchkritik-business-class-literatur-li.3393171?reduced=true. Nun ja, vermutlich ist es nicht Suters bestes Buch und an der Nostalgie ist etwas dran – aber vielleicht gerade deshalb geht es mir so gut damit 😊 und es geht mir gut damit.  Ein paar Kapitelchen habe ich noch …

Leseempfehlung: Suter Fans – Menschen mit breitem Literaturinteresse – Menschen der Businesswelt, die einmal von der Metaebene auf sich schauen wollen

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Utes #Lesezeichen Nr. 5: Dreimal Tukur

Der Ursprung der Welt von Ulrich Tukur, erschienen bei S. Fischer, 301 Seiten

ausgelesen am 16.2.2026

In großer Begeisterung hatte ich mir vor Weihnachten das Buch von Ulrich Tukur gekauft, einmal als Geschenk für eine liebe Bekannte, die meine Begeisterung für Tukur teilt, einmal für mich. Ja, und dann fand ich das Cover und die Optik des Buches einfach schön, und das ist sie natürlich noch immer.

Mit der Lektüre habe ich mich dann schon schwerer getan. Eine Geschichte, die in der Zukunft und Vergangenheit spielt, in Stuttgart, Paris und Südfrankreich, die ins Mystische abgleitet und doch reale Geschichtsbezüge aufweist.  Welch‘ ein Entwurf der Handlung, die ich hier nicht detailliert wiedergeben möchte, um niemandem Inhalte vorzugreifen. Doch über weite Strecken wechseln ständig die Blick- und Erzählwinkel des Erzählers, so wie Personen (mit leider oft ähnlichem Namen) die Rollen wechseln, und das in steter Folge. Fazit: ich bin innerlich immer wieder ausgestiegen, habe den Faden verloren, war mir unsicher, welche Person erlebt hier was. Vielleicht war diese Melange auch gewünscht, denn sind wir nicht die Guten, in denen auch immer das Böse schlummert? Ich finde das Buch dennoch lesenswert, und das Buch ist anders, als man es aufgrund des Klappentextes sich vorzustellen vermag.

Leseempfehlung: für Tukur – Fans, für Literaturjunkies, für Leser:innen, die gerne auch Ungewöhnliches versuchen wollen

 

Die Seerose im Speisesaal von Ulrich Tukur, erschienen bei S. Fischer, 246 Seiten

ausgelesen am 20.02.2026

Noch einmal Ulrich Tukur. Zwischen der Lektüre des letzten und diesem Buch liegen nur wenige Tage, v.a. aber eine Lesung mit Ulrich Tukur im Mozartsaal in Stuttgart. „Eine Nacht in Venedig“ – Texte, Lieder, Akkordeon. Tukur hat 20 Jahre mit seiner Frau in Venedig gelebt, spricht die Sprache und das italienische Leben.

Die an diesem Abend vorgetragenen Geschichten waren unterhaltsam, machten neugierig, stets an der Grenze zwischen „Ist das wirklich so passiert oder ist es Fantasie?“ Die wunderbaren Schwarzweiß-Bilder aus Venedig, die Melodien, die das rote Akkordeon und Tukurs Stimme in den Saal trugen, sie halfen mir zu einer Reise ans Mittelmeer, und ich schmeckte den Rotwein, genoss den Duft des Espresso und hörte das Plätschern des Wassers in der Lagune. Zuhause angekommen, war Lektüre Pflicht.

Und wenn ich vielleicht bei dem Roman „Der Ursprung der Welt“ etwas verhalten war, empfehle ich die venezianischen Geschichten. Die Sprache pointierter und doch fantasievoll, authentisch. Was Tukur beim Roman vielleicht nicht so richtig gelungen ist, in den Geschichten ist es vollendet.

Leseempfehlung: für Tukur Fans – für Venedigliebhaber:innen – für italophile Dolce vita Genießer:innen – für alle, die Literatur spannend finden….und nebenbei ein Glas guten Rotwein trinken

 

Die Spieluhr, eine Novelle von Ulrich Tukur, erschienen 2013 bei Ullstein, 151 Seiten

ausgelesen am 17.03.2026

Und noch ein dritter Tukur, vermutlich das schönste der drei Bücher! In der Novelle Die Spieluhr entfaltet Tukur wieder seine wirrende Technik des Wandels zwischen den Zeiten, wieder die Vermischung zwischen der Geschichte des letzten, vorletzten Jahrhunderts und dem Heute, diesmal offiziell unter der Fahne einer Verfilmung; wieder geht es um Frankreich und Deutschland. Der Film Séraphine von 2008 erzählt einen Ausschnitt des Lebens der französischen Künstlerin Séraphine de Senlis, einer der wichtigsten Vertreterinnen naiver Kunst in Frankreich. Im Film spielt Ulrich Tukur in der männlichen Hauptrolle, nämlich die des Kunstsammlers Wilhelm Uhde, der in seiner Zugehfrau das Talent als Künstlerin entdeckt. Das Drehbuch und die Dreharbeiten haben Tukur wohl zu diesem Büchlein inspiriert, doch wie schon davor in seinen Werken, lässt mich die Lektüre tendenziell etwas verwirrt zurück, und so manches Mal hatte ich beim Lesen Probleme mit der Zuordnung der Personen und Zeiten. Aber vielleicht ist es nicht wichtig, es ist eine mystische Erzählung mit wahrem Kern.

Ganz besonders erwähnen möchte ich aber das Cover. Leinen, mit Golddruck.

Alle drei Bücher von Ulrich Tukur zeichnen sich durch besondere Cover aus, weil Tukur laut Recherche großen Wert auf ein ästhetisches Gesamtkunstwerk legt. Sein Anspruch ist es wohl, dass Einband, Papier, Schrift und Sprache eine harmonische Einheit bilden. So wirken die Cover retrospektiv, wie ihr Inhalt, ja, er greift sogar häufig den literarischen Stil der letzten Jahrhunderte auf. Allein das schon ein Alleinstellungsmerkmal.

Leseempfehlung: für alle Tukur Fans; für Menschen, die literarisch auch die Nicht-Klassiker lesen und Besonderes entdecken wollen; für VerehrerInnen in Referenz für Séraphine und die naive Kunst Frankreichs; für Liebhaber:innen schöner und sinnlicher Buchgestaltung

 

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Utes #Lesezeichen Nr. 4: Luft zum Leben

Luft zum Leben von Helga Schubert, erschienen bei dtv, 288 Seiten

ausgelesen am 31.1.2026

Dankbarkeit: Ich bin dankbar, dass ich Helga Schubert persönlich treffen konnte. Ich bin dankbar, dass ich Texte von ihr kennenlernen konnte. Beides war und ist ein großes Geschenk in meinem Leben.

2020 erhielt Helga Schubert im Alter von 80 Jahren im zweiten Anlauf den renommierten Ingeborg-Bachmann –Preis für ihre Geschichte „Vom Aufstehen“. Ein umfangreiches, fast lebenslanges Schreib- und Literaturleben lag da schon hinter ihr, auch etliche Veröffentlichungen, aber auch Repressalien in der ehemaligen DDR. Sie war vom DDR-Sicherheitsdienst als „feindlich-negativ“ eingestuft worden und unter stetiger Beobachtung. Doch stets stand sie zu ihrem Wort, zu Kritik und Widerstand, und behielt ihre Authentizität, ließ sich nicht beugen.

In meiner Lektüre folgten dann schnell das „Stundenbuch der Liebe“, eine Geschichte, ein tagebuchartiger Bericht über die Betreuung und Pflege ihres hochbetagten und an demenzerkrankten Ehemanns; ein Buch, dessen Inhalt und schonungslose Ehrlichkeit mir schon viel Respekt abverlangte einschließlich ihrer Disziplin, in den wenigen Momenten zu schreiben, wenn ihr Mann schlief und sie Ruhe gehabt hätte, auch nachts oder in den ganz frühen Morgenstunden.

Als 2025 das neue Buch „Luft zum Leben“ erschien, Texte aus sieben Jahrzehnten, war ich zunächst ein wenig zögerlich mit dem Kauf und hatte gehofft, dass es über den weihnachtlichen Gabentisch den Weg zu mir finden würde. Tat es aber nicht. Und so kam der 14.1.2026, und mit ihm der Termin für eine Lesung mit Helga Schubert im Literaturhaus in Stuttgart, und natürlich gingen wir hin, und natürlich kaufte ich mir das Buch und ließ es signieren.

Schon die ausgewählten Texte flashten mich; das freundliche Lächeln dieser mittlerweile 86jährigen Frau, die Kraft, die sie ausstrahlte, schienen mich persönlich zu meinen. Ja, wenn Altern so gelingen darf, wünsche ich es mir auch. Wach, ungebrochen, nicht aufgebend trotz physischem und psychischem Unbill. Die Lektüre des Buches startete noch zu später Uhrzeit am gleichen Abend. Jeder Text saß. Die Klarheit der Sprache, schnörkellose Erlebnisschilderungen. Egal, ob sie den Text mit 20 oder 86 geschrieben hatte.

Ich bin dankbar für den Mut, den ich aus all den Texten lesen und zu meinem eigenen machen durfte.

Absolute Leseempfehlung: Für Männer und Frauen jeder Altersstufe – Für politisch Interessierte – Für Anhänger guter Sprache – Für Menschen, die leben und lieben.

Mehr über Luft zum Leben von Helga Schubert finden Sie hier, mehr über das Leben von Helga Schubert hier. 

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Utes #LeseZeichen Nr. 3: Ein Seelenroman, aber …

Ein Garten über der Elbe von Marion Lagoda, erschienen bei Penguin, 2022, 379 Seiten

leider nicht zu Ende gelesen am 14.1.2026

Da liegt nun seit wenigen Wochen das Buch auf meinem Lesestapel und verspricht mir höchsten Lesegenuss. Ich hatte es mehr zufällig bei einer Literaturbesprechung entdeckt, und war sofort auf den Inhalt abgefahren: die Geschichte der ersten Obergärtnerin Deutschlands, Else Hoffa aus Würzburg, die in Hamburg Blankenese einen bis heute bekannten Garten eines jüdischen Bankiers anlegt, schließlich selbst nach London vor dem Naziregime flüchten muss, und nur noch einmal 1957 nach Deutschland zu ihrem Garten zurückkehrt. Ein Biographieroman, eigentlich schon mein Beuteschema, tolles Thema, Garten, Hamburg, Emanzipation. Zudem hatte ich vor- her noch eine Leseempfehlung von meiner Büchernichte bekommen, da konnte doch eigentlich nichts schiefgehen, oder?

Ja, und dann: lese und lese ich, und ich merke, wie ich mir immer wieder Zweitlektüre besorge (ich lese öfter mehrere Bücher parallel, aber eigentlich nur, wenn die Hauptlektüre mich nicht zu 100% packt ….). Ja, und dann keine Lust mehr verspüre, dranzubleiben. Und der Grund ist nicht der Inhalt – weiß Gott nicht! – aber die Sprache, nein, die Sprache, die Dialoge sind leider oft sehr schwach, manchmal langweilig, ohne Spannungsbogen. Seit Jahren fällt mir auf, dass ich so anspruchsvoll geworden bin, mein Literaturgeschmack verwöhnt durch die sprachliche Präzision eines Hesse, Mann oder v.a. Stefan Zweig (der Beste). Natürlich gibt es viel Gegenwartsliteratur, die sich an neuen Sprachmodellen versucht, das finde ich oft interessant, aber so ein schöner Seelenroman, ideal für die abendliche Lektüre, Futter für die Nachtseele, und dann diese einfache Sprache. Es tut mir leid zu sagen, dass ich das Buch nicht zum Ende brachte.

Leseempfehlung: für Gartenliebhaber – Menschen, die von ungewöhnlichen Frauen mehr lesen wollen – Hamburgfans – Biografiejunkies

Mehr über Ein Garten über der Elbe von Marion Lagoda finden Sie hier. 

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Utes #LeseZeichen Nr. 2: Der Protagonist stand leibhaftig neben mir

Strandgut von Benjamin Myers, erschienen bei Dumont 2025, 287 Seiten

ausgelesen am 3.1.2026

Strandgut

Der Autor Benjamin Myers erinnerte mich ab der ersten Zeile in seinem Schreibstil an T.C. Boyle, versetzt in die so fremde Welt eines Amerika, deren Facetten uns nur in Ansätzen bekannt ist. Und doch schaffte es der Autor, mich binnen kürzester Zeit in seinen Bann zu ziehen, und der Protagonist Earlon „Bucky“ Bronco stand leibhaftig neben mir. Der alt gewordene Musiker, der nie sein Musikersein leben konnte, der Mann mit Arthrosen in allen denkbaren Gelenken, mit einem anständigen Abhängigkeitssyndrom von allem, was sich einnehmen lässt, und der, ja man kann es nicht anders sagen, einen Traum erlebt, in dem er wahrnimmt, dass seine Musik, zumindest ein winziger Teil davon, in der alten Welt ein Hit ist, und eine dezente Berühmtheit und ggf. auch Wohlstand bedeutet. Ein modernes Märchen.  An manchen Stellen waren es für mich zu viele Drogen (aber vielleicht in manchen Gesellschaften auch nichts Ungewöhnliches?) und vor allem zu viele Aufzählungen von Bands und Musiktiteln, die ich nicht einmal im Ansatz kannte. Macht aber nix 😊, das tat meiner Lesefreude keinen Abbruch und erweiterte meinen Horizont, ganz ohne Drogen.

Leseempfehlung: für alle alten Menschen – für ältere Menschen – für Menschen, die glauben, nicht alt zu werden – für Menschen, die etwas übers Älterwerden lernen wollen – für Menschen, die an Wunder glauben

Mehr über Strandgut von Benjamin Myers finden Sie hier. 

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