Willkommen im Jahr 2036 – Morgenwelle live

Geschichts-KI Dr. Historfreak erzählt, wie es zum dritten Weltkrieg kam

Guten Morgen, Ihr da draußen! Hier ist eure Morgenwelle, wie immer KI-gestützt, und wir schreiben Montag, den 4. Februar 2036. Da war doch was? Richtig, heute vor zehn Jahren begann der dritte Weltkrieg, Dazu später!

Erstmal ein paar lockere Meldungen: Draußen hat es sechzehn Grad plus, kein wirkliches Winterwetter, aber daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Luftqualität ist super, auf den Straßen der übliche Berufsverkehr. Gestern kam die Meldung, dass inzwischen sechzig Prozent aller Autos elektrisch angetrieben werden. Und der FC Bayern hat auch wieder gewonnen, keine Überraschung. Sechzehn Punkten Vorsprung in der Liga, das sollte reichen bis zum Sommer. Sind ja auch nur noch drei Monate bis Saisonschluss, die Fußballer müssen dieses Jahr schneller fertig werden wegen Olympia. In Moskau ab Juli. Dafür hatten sich damals auch deutsche Städte beworben, wurde nichts draus. Hatte sich mit dem Weltkrieg dann auch erledigt. Also Leute, kommt gut in die neue Arbeitswoche. Musik!

Wie er die Welt sieht: Das Bild ist echt und stammt aus dem Jahr 2025 – Europäisches Führungspersonal versammelt vor dem Schreibtisch von Donald Trump. Die Landkarte im Hintergrund dagegen ist KI-generiert in das Bild montiert. Genau dieses Fake-Foto hat Donald Trump selbst am 20. Januar 2026 auf seinem Netzwerk Truth Social gepostet. Kanada, Grönland und Venezuela gehören zu den USA.

Nun also zum Jahrestag. Heute vor zehn Jahren …

Nun also zum Jahrestag, denn wir sind ja hier auch ein Bildungsradio: Heute vor zehn Jahren brach der dritte Weltkrieg aus. Die älteren unter euch werden sich erinnern, da hatten wir schon eine Menge Angst, dass auch bei uns die Bomben fallen. Kam dann alles nicht so schlimm, jedenfalls nicht für uns. Die Wirtschaft hatte schwere Jahre, aber hat sich inzwischen halbwegs erholt, die neuen Märkte in Russland, Indien und Südamerika gleichen vieles aus, was wir wirtschaftlich in den USA verloren haben.

Hier bei mir im Studio ist unser Dr. Historfreak, die Geschichts-KI der Morgenwelle, wie immer an wichtigen Jahrestagen. Legen wir los!  

Wie geht´s Dir heute, Dr. Historfreak?

Gut. Aber halte mich nicht mit solchen Befindlichkeitsfragen auf. An einem Jahrestag werde ich viel gefragt, da kann ich keine Rechnerkapazitäten für Gefühle aufbringen. Also, was willst Du wissen?

Erklär mir, wie es zum dritten Weltkrieg kam heute vor zehn Jahren.

Angefangen hat es schon drei Jahre früher, aber das war erst in der Rückschau erkennbar. Vor dreizehn Jahren hatte der russische Präsident Wladimir Putin damit begonnen, sich sein Nachbarland Ukraine einzuverleiben. Begründet hat er das mit „Sicherheitsinteressen“. Etwa ein Fünftel des Landes konnte er militärisch erobern. Die Ukrainer bekamen damals noch viel Hilfe aus Europa und Amerika, und sie zögerten so durch Widerstand den Krieg in die Länge. Und vor elf Jahren kam dann in Amerika ein kranker, alter Mann an die Macht. Donald Trump hieß der, ist schon 2027 gestorben. Heute gilt als gesichert, dass er an einer massiven narzisstischen Störung litt und niemals hätte amerikanischer Diktator werden dürfen. Dieser Trump brauchte nur ein Jahr, um den Anstoß für den dritten Weltkrieg zu geben. Das war heute vor zehn Jahren.

Ok. Es ging damals irgendwie um Grönland, oder?

Richtig. Trump wollte Grönland haben, damit Russland es nicht bekommt. Trump redete auch von „Sicherheitsinteressen“, aber die Europäer, denen Grönland gehörte, waren nicht bereit waren, es ihm zu verkaufen. Heute vor zehn Jahren hat Trump dann damit begonnen, es gewaltsam zu erobern. Genau das hatte er zwar wenige Tage vorher in Davos beim Weltwirtschaftsgipfel noch ausgeschlossen, aber daran hielt er sich nicht. Militärisch war das keine große Herausforderung, zumal die amerikanischen Truppen ohnehin schon auf der Insel stationiert waren.

Und dann?

Die Europäer und die Kanadier sagten, das würden sie jetzt nicht hinnehmen. Sie eroberten militärisch tatsächlich die Hauptstadt und einen Teil von Grönland wieder zurück. Das war möglich, weil in den USA kein Mensch verstanden hatte, warum der kranke Präsident unbedingt diese eisige Insel haben wollte. Es kam nach zwei Wochen dank indischer Vermittlung zu einem Waffenstillstand zwischen USA und Europäern und Kanadiern. Der gilt bis heute und hat die Insel geteilt. Trump entzog daraufhin den Europäern die US-Unterstützung für die Ukraine.

Oje.

Ja, schlecht für die Ukraine. Die Staatsordnung in der Ukraine kollabierte nach wenigen Wochen, und im Sommer 2026 standen die russischen Soldaten in der Hauptstadt Kiew. Dort sind sie bis heute.

Und dann?

Präsident Putin stellte die Europäer vor die Wahl: Entweder sie akzeptieren, dass er den größten Teil der Ukraine behalten darf, oder er greift weitere Länder in Europa an. Es gab ja keinen atomaren Schutz mehr durch die USA. Engländer und Franzosen redeten zwar von ihren Atomwaffen, aber es war, klar, dass sie diese erstmal nicht einsetzen würden gegen Russland, um ihre eigenen schönen Hauptstädte nicht zu gefährden.

Klar. Was passierte noch?

Parallel eroberten die Chinesen Taiwan. Sie nutzten den günstigen Moment, da die ganze Welt auf den Ukraine-Grönland-Konflikt blickte. Ohne die Unterstützung der Amerikaner hatten die Taiwanesen gegen die militärische Übermacht der Chinesen keine Chance. Und Trump konnte nach seinem Grönland-Abenteuer aus innenpolitischen Gründen keinen weiteren Konflikt riskieren. China machte es noch dazu ziemlich geräuschlos. Gewaltsam wechselten sie die Führung in Taiwan aus, aber es gab kaum Zerstörungen. Das hatten sie sich bei Trump abgeschaut, der zuvor auf gleiche Weise Venezuela auf Kurs gebracht hatte.

Ein unblutiger Krieg also?

Nun, etwa eintausend Tote gab es schon in Taiwan. Ich würde also nicht von unblutig sprechen. Aber im Vergleich zur Ukraine war es vergleichsweise unblutig. Viel schlimmer war, was dann im Iran passierte. Israel griff mit amerikanischer Unterstützung den Iran an, der durch Sanktionen und innere Konflikte geschwächt war. Zuvor hatte sich Trump der Neutralität von China und Russland versichert, indem er zusagte, sich nicht weiter für die Ukraine oder für Taiwan zu engagieren. Nach dem Sturz der islamischen Republik brach dort ein Bürgerkrieg aus, der bis heute andauert. Dem Bürgerkrieg fiel bisher fast ein Drittel der iranischen Bevölkerung zum Opfer. Das Land ist zerfallen und wird von mehreren Clans kontrolliert.

Dr. Historfreak, im Unterschied zum ersten Weltkrieg, der vier Jahre, und zum zweiten, der sechs Jahre dauerte, war der dritte schon nach sechs Monaten vorbei. Und große Zerstörungen in Europa gab es auch nicht. Das ist doch gut, oder?

Die Ukraine war schon total kaputt. Und ob er vorbei ist, wird erst die Zukunft zeigen. Die Russen haben sich zwar erst einmal mit der halben Ukraine einschließlich der Hauptstadt zufriedengegeben, rüsten jetzt aber wieder auf. Und einen historisch belegten Anspruch auf die ganze Ukraine erheben sie auch noch immer. Nachdem die Nato zerfallen ist, steht Europa ziemlich wehrlos da, und uneinig sind sich die Europäer auch wie eh und je.

Mach uns keine Angst, Dr. Historfreak! Droht schon wieder bald Krieg?

Vielleicht braucht Präsident Putin, der ja jetzt auch schon über achtzig ist, gar nichts mehr machen. In den meisten Ländern Europas, in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien und in vielen kleinen Staaten sowieso, sind inzwischen russland-freundliche Regierungen am Ruder. Die Sanktionen gegen Russland sind aufgehoben, und nach dem Wegbrechen des amerikanischen Marktes brauchten die Europäer dringend die Geschäfte mit Russland und China. Auch der Wiederaufbau der Ukraine ist für die Europäer ein großes Konjunkturprogramm.

Und wie ist heute die Lage in Grönland?

Kalter Krieg. Die Insel ist geteilt. Fast alle Küsten sind von den USA besetzt, die Hauptstadt Nuuk kontrollieren die Europäer. Der Rest ist Packeis, das allerdings schmilzt. Inzwischen ist ja J.D. Vance an der Macht in den USA, der hat immer noch den Plan, Grönland komplett zu übernehmen. Aber erstmal muss er sich um die eigene Wirtschaft kümmern, die infolge des Zusammenbruchs des Handels mit Europa abgestürzt ist.

Sag mir noch, wie es in Israel weitergegangen ist.

Israel hat sein Staatsgebiet um den Gazastreifen und das frühere Palästinensergebiet erweitert. Auch das ging im Windschatten der globalen Großkonflikte mit amerikanischer Unterstützung ziemlich geräuschlos vonstatten. Aber viele Palästinenser sind dabei gestorben.

Und wie geht es den Menschen dort jetzt?

Wie meinst Du?

Die Menschen, Dr. Historfreak! Die Menschen, die in den Palästinensergebieten gewohnt haben?

Ich weiß nichts über Gefühle. Soweit mir bekannt ist, sind die Menschen immer noch dort. Was bleibt ihnen sonst auch übrig? Sie arbeiten jetzt in den amerikanischen Hotels und Firmen, die sich in den Gebieten angesiedelt haben. Nach amerikanischen Quellen geht es ihnen jetzt besser als damals, als sie in den Ruinen ihrer zerbombten Häuser und den Zelten der Flüchtlingslager hausen mussten.

Danke, Dr. Historfreak! Wie immer sachlich und kompetent!

Alles hat mehrere Seiten …

Soweit unsere Geschichts-KI, liebe Zuhörer. Ich plane übrigens gerade meinen Sommerurlaub auf der Krim. Die Möglichkeit hätte es nicht gegeben ohne den dritten Weltkrieg! Also, alles hat mehrere Seiten. Und jetzt Werbung!

 

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Der kleine Trump ist allgegenwärtig

Was passiert, wenn Moral und Verstand das einzige ist, was uns stoppen könnte

Wir würden gerade einen Umbruch erleben, erzählen uns die klugen Leute (und natürlich haben sie Recht), einen Umbruch von der regelbasierten auf die machtbasierte Weltordnung. Nicht mehr das Völkerrecht und die Regeln, Vereinbarungen, Absprachen in internationalen Organisationen bestimmen derzeit das Handeln der Weltmächte, sondern ihre individuellen Interessen – und die Möglichkeiten der Macht, sie massiv verfolgen, vielleicht auch gewaltsam durchsetzen zu können.

Wer wollte dieser Analyse widersprechen? Am meisten zu diskutieren daran wäre vielleicht, ob es diese unterstellte Dominanz von Regeln in der Weltordnung wirklich jemals gegeben hat, und wenn ja: Wo und wie lange? Vielleicht die letzten achtzig Jahre in Europa, beeindruckt von der Schockwelle des zweiten Weltkrieges. Aber schon für den Rest der Welt gilt das wohl nur ziemlich ein geschränkt, und außerdem: Was sind schon achtzig Jahre? Ein kurzer Glücksfall, wenn man gerade da gelebt hat.

Bild von Gabriel Douglas auf Pixabay

Nun pfeift auch noch der mächtigste Mann der Welt auf das internationale Regelwerk. Donald Trump, über dessen machohaftes, erratisches und egoistisches Gebaren das deutsche Wohlstandsbürgertum angewidert den Kopf schüttelt – dieser Donald Trump sagt nun öffentlich in einem Interview mit der New York Times, er brauche kein Völkerreicht. Was ihn dann also in seinem Handeln begrenze, fragen die Journalisten. Und er antwortet: „Mein eigener Sinn für Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich stoppen kann.“

Das löst nur wenig Vertrauen aus. Warum wohl?  Drei Szenen aus dem deutschen Alltag:

Erste Szene: Kein Parkplatz in Sicht

Kein Parkplatz in Sicht. Natürlich weiß der Autofahrer, der sein Fahrzeug auf den schmalen Gehweg steuert, dass er dort andere behindern könnte. Und er kennt das Verbot, dort zu parken, wo er im nächsten Moment der Mutter mit dem Kinderwagen oder dem alten Mann mit dem Rollator den Weg abschneidet. Ist ihm aber im Moment egal. Er denkt nur an sein eigenes Risiko: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass gerade jetzt ein Ordnungshüter vorbeikommen wird? Sehr gering. Und in ein paar Minuten wird er ja auch schon wieder fort sein. Der Mann oder die Frau mit dem Strafzettel kann ihn also nicht stoppen. Nur die eigene Moral und der eigene Verstand.

Zweite Szene: Die Reinigungskraft kommt

Man sagt heute nicht mehr „Putzfrau“, man nennt die Dame mit Kopftuch wenigstens „Reinigungskraft“. Die Reinigungskraft also kommt. Alle zwei Wochen, jeweils drei Stunden. Am Ende ihrer Tätigkeit nimmt sie in bar das Geld entgegen. Sie will es so, ohne Quittung, ohne Versicherung, ohne Steuer. Die Menschen, die sie beschäftigen, wollen es auch so. Billiger. Einfacher. Kein Papierkram. Alle wissen es: Schwarzarbeit ist verboten, sie schadet der Gemeinschaft, verlagert berufliches Risiko einseitig auf die Reinigungskraft: Bei Krankheit kein Geld, kein Anspruch auf Urlaub , keine Versicherung, wenn sie von der Leiter fällt. Alle Beteiligten wissen darum. Und sie handeln trotzdem so. Weil ihre eigene Moral ihnen keine Grenze zeigt.

Dritte Szene: Friedlicher Feierabend auf der Parkbank

Eine Parkbank. Die beiden jungen Männer sitzen auf ihr, spielen sich gegenseitig Klingeltöne und lustige Videos vor. Dämmerung, es ist eine friedliche Feierabend-Szene. Einer der beiden hat eine Chipstüte dabei, der andere raucht. Die Zigarettenstummel wirft er auf den Boden, tritt die Glut aus, steckt sich die nächste Zigarette an. Irgendwann ist die Chipstüte leer. Und die Parkbank auch. Auf dem Boden liegen fünf Kippen, auf der Bank die leere Tüte. Direkt neben der Parkbank ist ein Mülleimer mit Aschenbecher. Würden die beiden auch so handeln, wenn es der Garten ihrer Mutter wäre, in dem sie sitzen? Gewiss nicht. Sie kennen die Regeln des Miteinanders. Aber sie halten sie nicht ein. Wegen der Moral oder wegen des Verstandes?

Regeln helfen wenig, wenn die eigene Moral nicht stark und der eigene Verstand nicht streng genug ist. Und weil wir uns selbst kennen, trauen wir Moral und Verstand von Donald Trump nicht. Der Bösewicht im Weißen Haus ist uns alltäglich ähnlicher, als wir es wahrhaben wollen.

 

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Eine ordentliche Zusammenfassung des Trump-Interviews mit der New York Times finden Sie z.B. hier. 

 

 

 

 

 

Trump, Merz und der Fosbury Flop

Fortschritt und Disruption: Was Politik vom Hochsprung lernen kann

Der amerikanische Hochspringer Dick Fosbury galt als talentierter Athlet, war eher ein Einzelgänger, trainingsfaul und verkopft. Er interessierte sich sehr für Physik und spürte bei jedem Sprung dem kurzen Moment des Gefühls von Schwerelosigkeit nach. Von seinen Trainern ließ er sich nur wenig sagen. Dann aber, am 20. Oktober 1968 in Mexiko führte er der ganzen Welt vor, was er im Hochsprung unter Fortschritt verstand – und gewann damit die Goldmedaille der Olympischen Spiele. Der Fosbury Flop war geboren, eine Disruption, eine radikale Veränderung der Sprungtechnik, nicht mehr mit dem Bauch oder den Beinen über die Latte, sondern flach liegend mit dem Rücken. Anfangs wurde gelacht, aber innerhalb weniger Monate setzte sich die neue Technik weltweit durch.

Im Liegen über die Latte fliegen: Mit einer disruptiven Veränderung hat 1968 Dick Fosbury mit seinem Olympiasieg den Hochsprung verändert. Es war eine radikale Disruption. Funktioniert das auch in der Politik? Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

So also kann Fortschritt funktionieren: Das Alte betrachten, nachdenken, es schrittweise verbessern – oder auch mit einem radikalen Eingriff, einer grundlegend neuen Vorgehensweise, die das Alte über Bord wirft. „Fortschrittskoalition“ hatte sich in ihren Anfangsstunden jene deutsche Regierung der „Ampel“-Parteien genannt. „Mehr Fortschritt wagen“, so war der Koalitionsvertrag überschrieben. Gemeinsam wolle man „die Dinge vorantreiben und damit auch ein ermutigendes Signal in die Gesellschaft hinein setzen: dass Zusammenhalt und Fortschritt auch bei unterschiedlichen Sichtweisen gelingen können“. Wer möchte, kann sich auf YouTube noch heute die Bilder von den ersten Tagen dieser Regierung ansehen: Ein Minister auf dem Fahrrad, die Ernennungsurkunde auf den Gepäckträger gespannt, eine Außenministerin, die mit dem Zug von Paris nach Brüssel fährt und ein Kanzler Scholz, der sich (im gleichen Film) Hoffnung auf kooperatives Zusammenwirken in den nächsten Jahren des gemeinsamen Regierens macht.

Fortschritt als Leitmotiv: Nicht alles anders, vieles besser

Das ist ja nun gründlich danebengegangen. Was ist misslungen? Es könnte sich lohnen, dem Fortschritt als Leitmotiv nachzuforschen, verspricht er doch immerhin eines: Es soll vorwärts gehen, der Zukunft zugewandt, das Bessere suchen, nicht das Vergangene wiederherstellen. Vor drei Jahren wollte die in Deutschland regierende „Ampel“ den Fortschritt stückchenweise erreichen, nicht „alles anders, sondern vieles besser machen“ (wie Altkanzler Schröder einmal nach der Ära Kohl sagte).

Solche Geduld ist offensichtlich aus der Mode geraten. Die Bilder aus den USA, die den frisch wieder im Amt befindlichen Donald Trump zeigen, wie er stapelweise „Executive Orders“ unterscheibt, haben auch hierzulande Eindruck hinterlassen. Endlich soll Schluss sein mit dem mühsamen Palaver, vorbeisein soll das langweilige Warten auf „echte“ Veränderungen. Stattdessen: Disruption. Trump macht es vor: Ein radikaler Eingriff, eine Unterschrift, eine Anweisung, zack – und die Sache ist geändert.

„Am ersten Tag meiner Amtszeit“, sagt nun also Friedrich Merz, „werde ich anweisen, dass an den Grenzen alle Versuche illegaler Einreisen ausnahmslos abgewiesen werden.“ Es soll sich also endlich etwas ändern, wenn der neue Kanzler im Amt ist, und zwar von einem Tag auf den anderen.

Eine Unterschrift und zack, die Sache ist geändert?

Allerdings ist zu erwarten, dass sich erstmal gar nichts ändert. Illegale Einreisen nach Deutschland sind schon jetzt verboten. Wer an der Grenze Asyl beantragt, reist nicht illegal ein, sondern nutzt europäisches und deutsches Recht. Gewiss kann man den Umgang damit verändern, vielleicht sogar mit Polizeigewalt das Überschreiten der Grenze verhindern. Abgesehen davon, was das bei Deutschlands Nachbarn auslöst – was genau soll geschehen, wenn der illegal Einreisende eine Wanderung ein paar hundert Meter nach links oder rechts des offiziellen Grenzübergangs macht? Zäune? Wasserwerfer? Schusswaffen?

Mit den so spektakulär unterschiebenen Orders des amerikanischen Präsidenten verhält es sich ähnlich. Zwischen der Unterschrift vor Fernsehkameras und der Umsetzung liegen lange Wege, rechtliche Hindernisse, Prozesse und föderale Widerstände. Es fühlt sich an wie eine Disruption, aber es ist keine wirkliche Veränderung, sondern eine effekthascherische Showeinlage.

Disruptionen gegen den Fortschritt

Dick Fosbury wollte den Fortschritt. Er erdachte den nach ihm benannten Flop, weil er höher springen wollte als die Konkurrenz mit ihrer althergebrachten Technik. Die Trumps und Musks – und in ihrem Gefolge die deutschen Konservativen, wollen nicht den Fortschritt. Ihre Disruptionen sollen uns dorthin zurückführen, wo wir herkommen: Wiedereinführung der Kernkraft (ohne Klärung der Frage des Atommülls), das neue Wahlrecht rückgängig machen (also wieder einen XXL-Bundestag zulassen), zurück zu Diesel und Benzin (also Abschied von den Klimazielen), das sogenannte „Heizungsgesetz“ aufheben (obwohl sogar die betroffenen Lobbyorganisationen dies kritisch sehen). Die Rechtsradikalen wollen gar die „Windmühlen der Schande“ absägen, die FDP mehr Milei (Kettensäge) und Musk (Hitlergruß) wagen. Sollen das die Veränderungen sein, die uns in die Zukunft führen?

Die konservative Seite der Politik argumentiert nicht mehr erhaltend und entwickelnd, wie es ihre Aufgabe im politischen Diskurs wäre, sondern radikalverändernd rückwärtsgewandt.  Und sie hat sich verliebt in die neue Ästhetik der Schein-Disruption: Nicht lange diskutieren, lieber schnelles Ändern – oder es wenigstens so aussehen lassen. Der Soziologe Armin Nassehi hat in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung dies als „Disruptive Kontinuität“ bezeichnet. Man müsse im politischen Wettbewerb heute mehr Kausalität zwischen Handlung und Wirkung vorspielen, als fachlich haltbar ist.

Der Fortschritt will erarbeitet sein, mühsam, Stück für Stück

Will heißen: Erfolgreich sind im Zeitalter der Sozialen Medien solche Politiker, die dem Volk erzählen: Nach der Wahl mache ich erstens, zweitens, drittens – und dann ist alles wieder so wie vorher: Keine Mordüberfälle mehr, die Arbeitsplätze alle sicher, die Wohnungen billig und die Bahn pünktlich. Und nach Amtsantritt machen sie erstens, zweitens, drittens, unterzeichnen wirkungslose Absichtserklärungen und Anweisungen von fraglichem rechtlichen Bestand – aber bestens sichtbar für die Kameras, millionenfach geteilt hinein in das zufriedene Wahlvolk. Nichts wird sich dadurch ändern: Der nächste Anschlag durch einen psychisch Kranken wird uns ereilen, die Konjunktur erholt sich nicht von heute auf morgen, die Miete bleibt gleich hoch, und der lästige Personenschaden auf den Gleisen sorgt noch immer für Verspätungen.

Und ein paar Jahre später dann das gleiche Spiel. Bis wir es gelernt haben, dass wir wohl die Geduld werden aufbringen müssen, uns den Fortschritt zu erarbeiten, mühsam, Stück für Stück. Dick Fosburys Sprung war eine Disruption – aber vorher hat er jahrelang dafür trainiert.

 

 

Eine gute Zusammenfassung der Geschichte von Dick Fosbury, die ich auch als Informationsgrundlage für meinen Textes genommen habe, findet sich in der Neuen Züricher Zeitung vom 14.4.2020, der online gebührenfrei verfügbar ist.

 

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Was wir brauchen, ist wehrhafter Anstand

Fünf unbequeme Vorschläge nach Trump-Triumph und Ampel-Aus

Ok, Amerika! Du hast einen verurteilten Straftäter, Vergewaltiger und Lügner erneut zu Deinem Präsidenten gewählt – nicht, weil Du es nicht wusstest, sondern weil er so ist, wie er ist. Du hast Dich gegen den Anstand entschieden, ganz bewusst.

Ok, Deutschland! Mehr als jede/r zehnte Deiner Wählenden gibt einer rechtsradikalen Partei die Stimme – nicht, weil sie es nicht wüssten, sondern weil sie es wollen. Sie entscheiden sich gegen den Anstand, ganz bewusst.

Ok, Lindner! Du willst für Deutschland keine neuen Schulden machen. Nicht, weil Du nicht verstehen würdest, dass dies für unsere Wehrhaftigkeit unausweichlich ist – sondern weil Du weißt, dass es so ist, es aber nicht verantworten willst. Aus Angst vor den Illusionen Deiner Wähler/innen hast Du Dich gegen den Anstand entschieden, ganz bewusst.

Es ist Zeit für einen Aufbruch

Es ist Zeit für einen Aufbruch. Politik und Gesellschaft brauchen eine neue Idee, einen breiten Konsens der Gutwilligen: Den wehrhaften Anstand. Anstand ist die Grundlage von allem, was uns wichtig ist:

Der Frieden, in dem wir seit siebzig Jahren leben, verdanken wir den Anständigen und ihrem Militär, mit dem sie die deutschen Nazi-Verbrecher vertrieben.

Die Freiheit, die halb Deutschland seither und ganz Deutschland seit 35 Jahren genieß, hat der Westen geschenkt bekommen. Der Osten hat sie ohne Gewalt erkämpft – ein wahrer Aufstand der Anständigen gegen die Stasi-Schergen.

Unseren Wohlstand haben sich die meisten von uns anständig erarbeitet, aber es gäbe ihn nicht ohne die Schuld, mit der unsere Vorfahren und wir Millionen anderer Menschen ausgebeutet und unsere natürlichen Lebensgrundlagen massiv geschädigt haben. Dies zu erkennen, zu benennen und zu ändern – das ist anständig.

 

Hier fünf unbequeme Vorschläge, wie wir zu wehrhaftem Anstand kommen:

Mehr Resilienz für die Anständigen

Wir Anständige sind im Recht, lasst Euch nicht verunsichern! Es ist unanständig, ein Nachbarland zu überfallen oder zu bedrohen. Es ist unanständig, den politischen Diskurs mit Gewalt, Lügen und Simplifizierungen zu durchtränken. Eine anständige Gesellschaft muss sich das nicht gefallen lassen. Sie braucht mehr Widerstandskraft nach innen und außen. Der Staat muss robuster auftreten, klar die Wahrheit benennen, mehr investieren in Sicherheit und Wehrhaftigkeit, aber auch in breite (politische) Bildung. Wir alle sollten aktiv eintreten für eine anstandsbasierte Kultur der Kommunikation.

Anstand erträgt keine Armut

Es ist nicht anständig, den eigenen Reichtum als unteilbar zu betrachten. Viel zu viele Menschen auf der ganzen Welt, aber auch in Deutschland, leiden reale Not, während andere gar nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Dieser Zustand ist unanständig und unerträglich. Ein legitimes Mittel dagegen ist staatlich gelenkte Umverteilung, beispielsweise durch Steuern. Früher waren Steuern eine unanständige Ausbeutung durch die Obrigkeit. Bis heute versuchen Ideologen, dieses Zerrbild auch auf das legitime Interesse des modernen Staates anzuwenden. Aber das ist falsch: In den Demokratien von heute ist Umverteilung ein notwendiges Instrument auf der Suche nach Gerechtigkeit. Wer sich ihm entzieht, wer es diskreditiert, handelt unanständig.

Anständige sind keine politischen Gegner

Wer den Anstand wahrt, ist kein Gegner. Die Anständigen im demokratischen Spektrum dürfen ihre Kräfte nicht im Streit mit den falschen Gegnern verschleißen.  Konservative sind nicht automatisch Populisten, so wie Grüne nicht immer Besserwisser sind. Anständige, gesprächsbereite Konservative sind keine Gefährder der Demokratie. Radikale und Populisten dagegen wollen Probleme zum eigenen Nutzen lieber vergrößern, anstatt mitzuhelfen, sie zu lösen. Das ist unanständig, und muss genau so bezeichnet und bekämpft werden.

Das Grundgesetz setzt politischen Anstand voraus

Es ist höchste Zeit, den Anstand wehrhaft zu machen. Gewalt, Lügen, radikale Vereinfachungen wider besseren Wissens und demokratieschädliche Tricksereien zielen auf die Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens. Sie beabsichtigen, die Gesellschaft dumm zu machen und die demokratische Prozesse des Staates zu zersetzen. Jeder Blick in soziale Medien zeigt, wie tief dieses Gift bereits eingesickert ist. Wer da mitmacht, verstößt gegen die Idee des Anstandes, wie ihn das Grundgesetz für den politischen Raum voraussetzt. Auch hier ist wehrhafter Anstand gefordert – notfalls mit einem Verbotsverfahren.

Wer zu Unanständigkeit schweigt, macht sich mitschuldig

Jede und jeder kann zu wehrhaftem Anstand in einer Gesellschaft der demokratischen Resilienz beitragen, kann täglich gegen die Zersetzungskräfte der Billighändler der politischen Niedertracht eintreten – in der Arbeit, in der Familie, im Verein, in der Nachbarschaft. Wer schweigt, wenn der Anstand verletzt wird, macht sich mitschuldig.

 

Über Anstand hat der Autor Axel Hacke ein ganzes Buch geschrieben: „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“ – das ich zur Lektüre sehr empfehle.

Die Idee für meinen Texteinstieg „Ok, Amerika!“ verdanke ich einem gleichnamigen Podcast von ZEITonline, mit dessen Hilfe ich viel besser verstanden habe, wie der Wahlkampf in den USA verlief und warum er das bekannte Ende nahm.

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Der junge Mann auf dem Blechdach

Warum es keine Gleichgültigkeit gegenüber dem Töten geben darf

„Du sollst nicht töten“ – Das fünfte christliche Gebot vermittelt eine einfache Botschaft. Ist noch Platz dafür in einer verrohenden Gesellschaft? Foto: Bruno, lizenzfrei via Pixaby

Der junge Mann liegt auf dem Blechdach und ist tot. Um ihn herum ist die ganze Welt in Aufruhr, denn der junge Mann hat kurz zuvor einen Schuss abgefeuert, der das Ohr des ehemaligen Präsidenten der USA traf. Vermutlich hatte Thomas Matthew Crooks die Absicht, Donald Trump mit einem Kopfschuss zu töten. Nur sehr glückliche Umstände haben das verhindert, eine spontane Kopfdrehung seines Opfers, vielleicht eine Unkonzentriertheit, das Unvermögen oder eine Ablenkung des Schützen. Ein Besucher von Trumps Wahlkampfveranstaltung hatte nicht solches Glück; er wurde tödlich getroffen, da er in der Schussbahn saß.

Wem gilt das Bedauern? Ganz gewiss diesem Besucher, der Trump zujubeln wollte und das nicht überlebt hat. Auch Trump, denn auch er, trotz allem Hass und aller Spaltung, für die er verantwortlich ist, muss nicht hinnehmen, ermordet zu werden. Aber gilt das Bedauern auch dem Schützen?

Die Verrohung der Gesellschaft beginnt mit dieser Frage

Die Verrohung der Gesellschaft beginnt mit dieser Frage. Sie zeigt sich nicht nur in dem tödlichen Bestreben des Attentäters, dem Leben von Donald Trump gewaltsam ein Ende zu setzen, warum auch immer. Sie zeigt sich auch in dem Fehlen von Innehalten, im Ausbleiben von öffentlich wahrnehmbarem Bedauern über den Tod des jungen Mannes auf dem Blechdach. „Der Attentäter wurde durch Scharfschützen getötet“, meldeten die Agenturen lapidar. Sein Tod wird wie selbstverständlich hingenommen.

Osama Bin Laden hatte tausende Menschen auf dem Gewissen. Sie verbrannten, wurden erschlagen und verschüttet in den Ruinen der zusammenstürzenden Türme von New York am 11. September 2001. Hat er den Tod „verdient“? Als amerikanische Spezialeinheiten ihn zehn Jahre später aufspürten, machten sie kurzen Prozess mit ihm – besser: gar keinen Prozess. Sie töteten ihn. Seine Leiche warfen sie ins Meer, damit kein Grab übrigbleiben möge von dem Massenmörder.

Aus dem Nahost-Konflikt kennen wir die Pushmeldungen über gezielte Tötungen, und wir schauen kaum noch auf. Israel wehrt sich gegen seine Todfeinde, tötet regelmäßig diesen oder jenen Kämpfer, Kommandeur, General. Sie sind die Verantwortlichen dafür, dass Juden um ihr Leben fürchten müssen, auch jetzt wieder, sogar in ihrem eigenen Staat, zuletzt beim brutalen Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023. Diese Menschen haben selbst getötet und hatten vermutlich kein Bedauern mit ihren Opfern. Dürfen wir sie deshalb auch einfach töten? Festnahme, Prozess, Rechtsstaatsverfahren? Offensichtlich keine Optionen im Anblick des allseitigen Hasses.

Die Attentäter auf Kennedy und Reagan wurden noch verhaftet

Die gesellschaftlichen Veränderungen zeigen sich auch in der rigiden Hinnahme solcher final-tödlicher Gewalt als erste, nicht mehr als letzte Option. Die Attentäter auf  John F. Kennedy und Ronald Reagan wurde noch festgenommen, die Mörder von John Lennon und Martin Luther King ebenfalls und blieben Jahrzehnte im Gefängnis. Und auch jener psychisch kranke Mann, der am 12. Oktober 1990 auf Wolfgang Schäuble geschossen hatte und ihm damit ein Weiterleben im Rollstuhl aufzwang, wurde überwältigt und in einer psychiatrischen Klinik behandelt.

Wahrscheinlich kann es keine Welt geben ohne das Töten von Menschen durch Menschen. Was aber möglich scheint, ist eine Welt, in der dieses Töten von Zaudern, Skrupeln und Bedauern begleitet wird. Eine Welt, in der das Töten – auch eines offenkundig Schuldigen – nicht als selbstverständlich hingenommen wird. Es könnte eine Welt sein voller Bedauern über das Versagen, über die traurige Unmöglichkeit, das Leben dieses Menschen nicht geschont zu haben.

„Du sollst nicht töten“ – Die Botschaft ist einfach

Wer will einem Soldaten verübeln, dass er sein angreifendes Gegenüber tötet, wenn er sich doch gewiss sein muss, dass dieser ihm andernfalls das Leben nehmen wird? Und ähnliches dürfte auch für den Mann mit Gewehr auf dem Blechdach gelten, der auf Trump anlegt. Was anderes soll der Scharfschütze des Secret Service mit ihm machen – außer den „finalen Rettungsschuss“ zu setzen? Vielleicht so zielen, dass der Schütze am Leben bleibt, aber unfähig wird, weitere Schüsse abzugeben? Welches Risiko bedeutet das für den Präsidenten, wenn es misslingt?

„Du sollst nicht töten“, das fünfte christliche Gebot, hat eine einfache klare Botschaft: Das Töten ist verboten, es ist eine Ultima Ratio, kein Spaß, nichts, an das wir uns gewöhnen dürfen. Es ist niemals „gerecht“, zu töten.

Verrohung als Denk- und Geschäftsmodell

Nichts am Töten ist leichtfertig zu erledigen, das weiß jeder Vernünftige. Das industrielle Töten der Tiere, die vom Lebewesen zur Nahrung werden sollen, wird an Orte ausgelagert, die niemand sieht und Menschen überlassen, die kaum jemand kennt. So kauft sich eine Gesellschaft frei von der Verrohung, die mit dem Töten einhergeht. Noch schlimmer: Die Verrohung ist zum Denk- und Geschäftsmodell geworden. Gesellschaftliche Spaltung, kommerziell ausgebeuteter Hass, dümmlich bis krankhaft ausgeübte Rechthaberei, virale Verschwörungsblasen, Egoshooter-Spiele und (vor allem in den USA) Waffenverfügbarkeit haben das Verbot des Tötens längst relativiert.

Es gilt, der gedankenlosen Gleichgültigkeit gegenüber dem Töten Einhalt zu gebieten: „Spiele“, die auf dem lustvollen Töten basieren, sind kein Spaß. Filme, die das Töten zur Unterhaltung degradieren, muss man nicht ansehen. Postings, die unverhohlene Freude über den Tod Andersdenkender ausdrücken, gehören gelöscht. Und Nachrichten, die das Töten als selbstverständlichen Teil gesellschaftlicher Wirklichkeit darstellen, sind mangelhaft.

Denn jeder fremde Tod bringt immer auch den eigenen näher. Vergesst das nicht.

 

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