Schiffbruch im Altarbild: Das mutige Werk von Hermann Buß lässt den Besucher rätseln.
Die einfache Backsteinkirche dominiert das Ortsbild des in die Dünen hineingeduckten Ortes Langeoog auf der gleichnamigen ostfriesische Insel, die seit Jahren eines meiner Urlaubsziele ist. Vor einem Jahr habe ich in meiner Sammlung über die am Ortsrand gelegene, moderne katholische Dünenkirche St. Nikolaus geschrieben, diesmal geht es um die im Ortskern deutlich zentraler platzierte evangelische Inselkirche.
Die Kirche ist schon der fünfte Kirchenbau auf dem windigen Eiland, einer seiner Vorgänger wurde in einer Sturmflut zerstört, andere waren für den anschwellenden Tourismus zu klein geworden. Die heutige Kirche stammt aus dem letzten Jahren des 19. Jahrhunderts, ist schlank und schmucklos, mit Holzdecke und einer breiten hölzernen Empore, die eine moderne Orgel von 1992 trägt, erhellt durch das Tageslicht, das durch die klaren, nicht farbigen Fenster strömt. Insgesamt ein stimmiges, aber eher zurückhaltendes Raumerlebnis.
Insgesamt ein eher zurückhaltender Raumeindruck: Die Inselkirche von Langeoog bliebe kaum in Erinnerung, wäre da nicht das Altarbild.
Das Highlight der Kirche ist ihr Altarbild. Das 1989 von Hermann Buß geschaffene Gemälde ohne Titel zeugt von bewunderungswürdigem Mut der Kirchengemeinde: In die neugotische Fassung hat der Künstler ein Bild hineingemalt, das auf den ersten Blick keinerlei sakrales Motiv zeigt, sondern eine Schiffbruch-Szene andeutet, eine Menschenmenge davor, vom Betrachter abgewandt, und davor wiederum ein offenbar soeben verlassener Tisch. Ein Abendmahl?
Das rätselhafte Bild, das wohl auch als solches konzipiert ist, hat mich nicht losgelassen bei meinen besuchen in der „Inselkark“, wie sich das Gotteshaus auf friesisch selbst nennt. Auch während einer Orgelmeditation, die ich dort erleben durfte, war der Blick immer auf das Bild gerichtet, das sicherlich der ungewöhnlichste Altareindruck ist, den ich bisher jemals in einer Kirche hatte.
Über die Oper „Madame Butterfly“, derzeit auf der Seebühne Bregenz
Die junge alleinerziehende Mutter ist verzweifelt. Als Teenager hatte sie viel zu früh geheiratet und ein Kind zur Welt gebracht. Nein, sie war nicht dumm verführt worden, sondern war hemmungslos verschossen gewesen, verliebt in diesen prächtigen und mächtigen fremden Mann, aber auch in ihre eigene Hoffnung auf ein neues, ein spannenderes, anderes Leben außerhalb ihrer gewohnten Welt.
Die junge Frau träumt von einem besseren Leben in Amerika und glaubt an ihre Liebe. Aber sie wird enttäuscht werden. (Foto: Bregenzer Festspiele, Karl Forster)
Nun aber ist der Mann schon drei Jahre fort. Zurückgereist war er in sein Heimatland. Und es ist unklar, ob und wann er wieder zu ihr und dem kleinen Jungen zurückkehren wird. Schonend möchten Wohlmeinende der jungen Frau beibringen, dass weitere Hoffnung sinnlos ist. Der Mann ist weg, sie soll sich damit abfinden, sich der Realität stellen, einem anderen Leben zuwenden. Verarmt, müde, ausgelaugt von den Anstrengungen der ewigen Hoffnung schwankt die junge Frau. Ob es nicht wirklich besser wäre, diesem Rat zu folgen?
Im Moment des Zweifelns schlägt die Hoffnung zu
Aber da, in diesem Moment des Zweifelns, der möglichen Hinwendung zur bitteren Realität, des Abschieds von der schönen Illusion – da geschieht das Wundergleiche. Vom Hafen her klingt die Sirene eines Schiffs. Salutschüsse der Begrüßung ertönen. Mit bangem Blick entziffert sie in der Ferne den Schriftzug am Bug. Und ja, tatsächlich, es trägt den stolzen Namen und das Banner des Heimatlandes ihres so sehr herbeigesehnten Mannes!
Unfassbares Hoffnungsglück steigt in ihr auf. Der Strudel der Illusionen erfasst sie und reißt sie heraus aus der Verzweiflung. Ha, habe ich es Euch nicht gesagt!, triumphiert sie. Ihr ewigen Miesepeter, Ihr kalten Pessimisten!, schnauzt sie die verbliebene Schar ihrer Getreuen an. „Gerade in den Augenblick, da jeder gesagt hat: Weine und verzweifle!“ – gerade da kommt er zurück zu mir, zu meinem Kind, zu meiner Liebe, zu seiner Familie. Alles wird gut werden, wie ich es immer schon gesagt habe!
Aber sie irrt. Im weiteren Verlauf der Oper „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini erleben wir, dass es genau dieser Moment der Hoffnung ist, der die junge Frau erst recht hinabstürzen wird in den Abgrund enttäuschter Emotionen und auswegloser Trostlosigkeit. Zwar ist der Langerwartete tatsächlich an Bord dieses Schiffs. Aber er will nicht zu ihr zurückkehren. Er wird ihr das Kind nehmen, ihren stärksten Trumpf im Kampf um den Mann, damit er es in seiner Heimat erziehen lassen kann.
Auf der Seebühne gibt´s reichlich Kitsch und Klischees
Der Mann aus der Fremde in dieser Geschichte ist Amerikaner. Die Oper ist um 1900 entstanden, sie spielt in einer von Puccini (und seinen Librettisten und einigen Autoren vor ihm) nach westlichen Vorstellungen erdachten Karikatur eines traditionalistisch-rückständigen Japan. In diesem (und im nächsten) Sommer ist das Schicksal der Butterfly in einer Neuinszenierung auf der spektakulären Seebühne von Bregenz zu sehen, die mit ihren gewaltigen Ausmaßen so gar nicht geeignet erscheint für ein intimes Kammerstück, wie es die Liebes- und Enttäuschungsgeschichte der Butterfly eigentlich ist.
An Japan-Klischees wird nicht gespart auf der Seebühne. Die Bilder sind etwas für´s Auge, aber die Geschichte darf man auch zeitkritisch sehen und hören. (Foto: Bregenzer Festspiele, Karl Forster)
Die Inszenierung von Andreas Homoki auf der Seebühne gerät denn auch in vielen Szenen und Lichteffekten arg kitschig und lässt kein Japan-Klischee aus. Das mag eine notwendige Konzession an den Massengeschmack dieses Sommerspektakels sein. Trotzdem ist das Spiel auf der Riesenbühne, ihre technischen Effekte, die schiere Wucht des Großen also, ein eindrucksvolles Erlebnis. Hoch anzurechnen ist Homoki, dass er ganz bewusst und deutlich Puccinis Werk trotzdem nicht nur als romantisch enttäuschende Liebesgeschichte erzählt, sondern auch als das, was es ist: ein bitteres Märchen des Kolonialismus.
Das trügerische Liebesversprechen des Westens
Wer möchte, kann das Schicksal der „Butterfly“ also auch so wahrnehmen: Es geht es um hoffnungstrunkene Erwartungen in das trügerische Liebesversprechen des Westens, um die bedingungslose Hinwendung einzelner Schwächerer zum Stärkeren. Ängstlich fragt die junge Butterfly noch ihren fremden Mann, ob es in seiner Heimat nicht üblich sei, gefangene Schmetterlinge mit einer Nadel zu durchbohren und auf eine Tafel zu heften? „Damit er nie mehr flieht“, antwortet der Amerikaner.
So, wie sich die junge Butterfly im Rausch verzweifelter Hoffnung an die Ankunft des amerikanischen Schiffs klammert, so versuchten vor einem Jahr in Kabul Menschen im letzten Moment an Bord startender Flugzeuge zu gelangen, existenziell bedroht in ihrer enttäuschten Verbundenheit zu den abziehenden Amerikanern.
An unseren Versprechen sterben die Hoffnungen
Butterfly geht daran genauso zugrunde, wie die Hoffnungen der Menschen, die in den letzten Jahren die Werteversprechen des Westens zu ihrer Orientierungslinie gemacht haben. Aktuell sind es die Ukrainerinnen und Ukrainer, die sich auf unsere Versprechungen der Solidarität verlassen. Werden wir sie halten?
Wer diese Oper so hören kann, kann in ihr auch den unerschütterlichen Lebensmut der demokratie-gläubigen Aktivisten und Frauenrechtlerinnen in Belarus und Russland vernehmen, oder die Stimmen mundtot gemachter Kreativer, verbotener Künstler in China und anderswo, die allesamt darauf hoffen, dass die angeblich globalen, unveräußerlichen Menschenrechte ihnen als Werteversprechen der Weltgemeinschaft ein rettendes Schiff sein mögen.
Es sind viele Mauern und Zäune in unserer Welt, viele Boote im Mittelmeer, Lager auf griechischen Inseln und anderswo, wo Menschen leiden und sterben an enttäuschten Hoffnungen, die wir geweckt haben. Und leider: Die Schmetterlinge sterben überall.
Es gibt Kirchen, die beeindrucken mit ihrer schieren Größe, mit der Weite der Hallen, mit der himmelwärts strebenden Höhe ihre Säulen, die ein Dach tragen, das sich, dem Himmel gleich, unerreichbar über dem Besucher wölbt. Groß in diesem Sinne ist der Dom von Mainz auch, ein gewaltiges, verschachteltes Raumprogramm aus Lang- und Querhäusern, Seitenkapellen, Krypten, Nebengebäuden und einem Kreuzgang.
Geschichtsunterricht in Stein – das verspricht ein Besuch des Mainzer Doms. Man kann die Kirche aber auch als Symbol dafür erleben, dass sich Veränderung lohnt, wenn man standhalten möchte über ein Jahrtausend.
Aber groß ist diese Kirche vor allem durch seine buchstäblich ins Unbekannte zurückreichende Baugeschichte; erste Ansätze für ein Gotteshaus an dieser Stelle werden für das Jahr 400 n. Chr. vermutet; die „engere“ Baugeschichte dieser Kirche reicht mindestens bis vor das Jahr 1000 zurück. Seither ist dieses Gotteshaus in ungezählten Schritten verändert, umgebaut, erweitert worden, seine Ausstattung wurde dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst und wieder entfernt, der Bau war Opfer von Bränden, absinkendem Rheinwasser, Bomben. Wer den Dom von Mainz besucht, begibt sich in einen steinernen Geschichtsunterricht und kann dort Stunden verbringen, und wird doch immer wieder vor allem eines entdecken:
Dass wir alle Teil ständiger Veränderung sind, dass diese Kirche, so wie unsere ganze Welt, niemals „fertig“ war oder sein wird, dass es immer weiter gehen kann, solange wir die Kraft aufbringen, das zu achten, was wir übernehmen, und es besser an diejenigen zu übergeben, die nach uns kommen.
So sollte es jedenfalls sein, ging mir durch den Kopf beim kühlen, dunklen Rundgang durch das Riesengebäude, beim Staunen über Jahrhunderte alte Altäre und Gräber, während darüber der Einbau einer hochmodernen, mehrteiligen, elektronisch gesteuerten Orgel vonstatten geht. Aber natürlich gibt es auch dazu keine Gewissheit; viele Kulturen sind einfach untergegangen, wurden dem Erdboden gleich gemacht.
Der Dom hier hat Stand gehalten über mehr als tausend Jahre. Die zwischen eigenem Versagen, historischer Schuld und grassierendem Materialismus zerbröselnden Kirchen (jetzt die Institutionen, nicht die Gebäude) brauchen solche Symbole dringend, genauso wie eine Gesellschaft, die Gefahr läuft, vor den Herausforderungen von Klimakatastrophe, Wohlstandsgefährdung und kollabierender Welt- und Werteordnung zu kapitulieren.
Ihnen allen sagt dieser Dom: Veränderung lohnt sich, und der Lohn ist Beständigkeit im Vergänglichen.
Es war ein strahlender, heißer Sommertag, an dem ich durch Mainz vom „Kaiserdom“ hinauf zu St. Stephan ging, und als ich dann die Kirche betrat, waren es die Fenster, nur das blaue Licht der Fenster, die mich empfingen. Blau sei eine „kalte Farbe“ heißt es ja immer; ich konnte mit dieser Kategorie noch niemals viel anfangen. Bei 35 Grad draußen jedenfalls war jede Form von Kühle willkommen, und die vollständig in blau getauchte Kirche kam gerade recht.
St. Stephan in Mainz: Detail aus einem der Chagall-Fenster
Ein Zeichen der jüdischen Versöhnung mit Deutschland wollte der aus einer orthodox-jüdischen Familie stammende Künstler Marc Chagall (1887 – 1985) setzen, in dem er sich in seinen späten Jahren bereiterklärte, für St. Stephan in Mainz Kirchenfenster zu gestalten. Es blieb die einzige Kirche in Deutschland, die eine solche versöhnende Auszeichnung erhielt, überhaupt das einzige Bauwerk unter Beteiligung Chagalls auf deutschem Boden. Nach dem Holocaust hatte sich der Künstler von Deutschland abgewandt. Dem Mainzer Pfarrer Klaus Mayer, selbst Sohn eines jüdischen Kaufmanns und der Vernichtung durch die Nationalsozialisten nur knapp entkommen, war es zur allgemeinen Überraschung gelungen, den berühmten Künstler doch noch für sein Gotteshaus zu gewinnen. Chagall zeichnete die Entwürfe für neun Fenster in Mainz. Die letzten davon wurden im März 1985 eingebaut, kurz nach seinem Tod. Damit ein gläsernes Gesamtkunstwerk entstehen konnte, fehlten allerdings noch mehr als 200 Quadratmeter Glasfläche. Diese füllte Chagalls Freund und Leiter der Glaswerkstätte in Reims, Charles Marq, wo auch schon die Chagall-Fenster entstanden waren. Die letzten Fenster von Marq wurden im Jahr 2000 eingebaut.
Eine Kirche in blau: St. Stephan ist ein gläsernes Gesamtkunstwerk, ein magisches Lichtspektakel.
Entstanden ist ein überwältigender Lichteindruck, der die restliche Kirche überstrahlt. Mit einigen Tagen Abstand habe ich kaum noch eine andere Erinnerung an diese Kirche als das Licht, das blaue Licht, ein Farbeindruck von magischer Fülle. Wie mag sich diese Kirche am Abend anfühlen, oder wenn es draußen regnet? Ich werde wiederkommen müssen.
Es ist Sommerzeit, die Sonne scheint, mehr als es uns und der Natur guttut. Urlaub steht an, die „wertvollsten Wochen des Jahres“, wie eine Werbung einmal versprach. Viele sind unterwegs, und es ist ihre wohlverdiente Freiheit.
Hinaus in die Welt! – Ein großer Rucksack lässt über das Thema Rücksicht beim Reisen nachdenken.
Diese Reise startet in einem ICE: Dicht gedrängt sitzen die Fahrgäste der 2. Klasse. Kein freier Platz, genervte Stimmung, stickige Atmosphäre trotz Klimaanlage. Der vollbesetzte Zug rollt in den Bahnhof ein, einige wenige Passagiere steigen aus, viel mehr steigen ein. Die Neuankömmlinge quetschen sich im Gang aneinander vorbei, es herrscht erhöhte Unruhe. „Au!“ schreit eine Dame auf, kurz dimmt die Lautstärke im anrollenden Waggon herunter, alle schauen sich um, wenige haben etwas gesehen. Die Dame ist Opfer einer Drehbewegung geworden. Sie hat einen Schlag in die Schläfe erlitten.
Voll strahlender Freude eines sommerlichen Aufbruchs, …
Ein junger Mann mit schwarzem Bart im schmalen Gesicht und langen, zu einem lockeren Zopf zusammengebundenen Haaren, schaut sich um nach einem freien Platz, den es nicht gibt. Auch seine Begleiterin blickt wachsam in die Welt, neugierig, freundlich. Das junge Paar im Zug strahlt die ganze Freude aus, die einem sommerlichen Aufbruch innewohnen kann. Noch ein paar Stationen im ICE, nach Frankfurt-Flughafen, dort hinein in das Koloss für weltweite Mobilität, ein paar Stunden des Wartens und Schlangestehens, dann hinein in den Flieger, der sich mit aufheulenden Triebwerken von der Schwerkraft des Bodens lösen wird, nach Amerika, nach Australien, nach Afrika, wohin auch immer – hinaus in die Welt!
… die Welt im Blick, aber nicht den eigenen Rücken.
Jetzt aber haben beide schwere Backpacker-Rucksäcke auf dem Rücken. Sie haben die Welt im Blick, aber eine Wahrnehmung für den Radius, den ihre Rucksäcke raumgreifend erfordern, haben sie nicht. Vielleicht haben sie noch nicht einmal bemerkt, dass der Schmerzenslaut im nervösen Getümmel etwas mit ihnen zu tun hatte. Wenn doch, hätten sie sich bestimmt entschuldigt. Aber sie haben eben keinen Blick nach hinten – keine Rücksicht. Also reibt sich die Dame den Hinterkopf.
Es ist eine privilegierte Form von Freiheit, zum Vergnügen zu reisen
Es setzt voraus, dass man selbst in Freiheit lebt und es sich leisten kann. Milliarden Menschen können nicht aus Spaß unterwegs sein, weil der Staat es ihnen verbietet, oder weil sie zu arm sind, oder alt und krank. Millionen Menschen werden vom Schicksal zu einer „Reise“ gezwungen, weil sie fliehen müssen vor Hunger, Verfolgung, Vernichtung, aber sie kämen niemals auf die Idee, es so zu nennen. Andere können es sich mangels Bildung, oder weil ihnen ein angemessener Zugang zu Information fehlt, noch nicht einmal vorstellen, irgendwohin aufzubrechen. Der Reisbauer in Bangladesch oder der Tagelöhner in Indien kämpft täglich um seine Existenz und denkt nicht ans Reisen. Allenfalls fährt er manchmal im überfüllten Bus zu seiner Familie aufs Land.
Hinaus in die Welt! Der Motor röhrt potent, das Band der Straße flirrt frei und einladend in der Sonnenglut, das Gaspedal gedrückt, die nostalgische Tachonadel erreicht die 200. Vielleicht sind es die Eltern dieses jungen Mannes im ICE mit dem großen Rucksack, die jetzt gerade die Straße unter ihrem Porsche spüren. Draußen strahlt die Sonne, es herrscht Traumwetter, also das Cabrio-Verdeck zurückgefahren, frische Briese um die Nase.
30 Liter Super für eine Spritztour?
Sicher, man könnte zum Abendessen auch beim Italiener um die Ecke einkehren, aber bei diesem Wetter kann man doch auch zum See hundert Kilometer fahren, den Rausch der Geschwindigkeit einsaugen, den Fahrtwind in den Haaren spüren, das Plätschern des Sees hören, den vorbeiziehenden Fähren zugucken. Und dann, nach dem Essen beim Edel-Italiener am Seeufer, geht es zurück nach Hause in der anbrechenden lauwarmen Sommernacht. Dreißig Liter Super verbraucht für die abendliche Spritztour, in die Luft gepustet, das Klima geschädigt. Es war ihre Freiheit.
Dann kommen die Porsche-Eltern heim, zurück in ihre elegante Maisonette-Wohnung, trinken noch ein Glas Wein auf dem Balkon, den Blick auf die nachtglitzernde Stadt. Bald ruhen sie im komfortablen Boxspring-Bett und es ist Nacht, tiefe Nacht, und es sollte Stille sein.
Mit dem Moped um den Globus?
Ist es aber nicht. Unter dem offenstehenden Fenster, das die wohltuend kühle, sternendurchfunkelte Luft hereinströmen lässt, entfaltet sich blubbernd-heulender Krach. Den Lärm hat nicht jemand zu verantworten, der zu dieser frühen Stunde zur Arbeit eilen will. Es ist auch keine Sirene, weil irgendwer in der Not der Hilfe bedürfte. Nein, zu hören ist das Aufheulen eines Mopeds, einmal, wieder, nochmal. Zwei junge Männer stehen um das Gefährt herum, unterhalten sich zu dieser Unzeit lautstark über seine Leistung und Vorzüge, und zum Beweis von Potenz, ihrer eigenen und der des klapprigen Zweirades, lassen sie den Motor aufheulen. Wieder, jetzt wieder. Vielleicht will einer von ihnen morgen früh noch aufbrechen, hinaus in die Welt, mit dem Moped um den Globus- oder wenigstens ans Mittelmeer?
Es wäre seine Freiheit. Aber es gibt keine Freiheit, nachts zur Unzeit und ohne Not zu lärmen, denn es herrscht die gesetzlich bestimmte Nachtruhe. Wo bleibt also die Rücksicht?
Rücksicht begrenzt die Freiheit nicht
Rücksicht begrenzt die Freiheit nicht, sie ermöglicht sie sogar erst, denn ohne Rücksicht finden wir uns in einem kalten Land bösartiger Egoisten wieder. „Rücksicht bedeutet, die Freiheitsräume des anderen zu respektieren“, schreibt der frühere Benediktinermönch Anselm Bilgri. Rücksichtslosigkeit ist ein Krebsgeschwür, an der die Freiheit sterben kann. Sie bildet Metastasen, denn wer Rücksichtslosigkeit erlebt, versteht weniger, warum er selbst rücksichtsvoll sein sollte. Umgekehrt wirkt Rücksicht wie eine Impfung gegen die Kälte im Miteinander: Wer viel Rücksicht ausübt, wirkt ansteckend auf andere. Rücksicht ist eine Haltung, man kann sie durchgängig einnehmen, von früh bis Abend, in der Familie und Ehe, unter Nachbarn, beim Einsteigen in die S-Bahn, beim Verhalten im Restaurant, immer und überall. Rücksicht kostet nichts. Rücksicht macht glücklich.
Vielleicht brauchen wir im Sommer noch ein wenig mehr Rücksicht
Fast scheint es so, als bräuchten wir im Sommer, wir alle unterwegs sind und uns dabei ständig über den Weg laufen, da die Fenster offenstehen und uns mehr verbinden als trennen, noch eine Portion Rücksicht mehr, damit wir frei sein können. Denn es ist die Rücksicht der Stillen, die den Lärmenden ihre Freiheit erst ermöglicht, da wir sonst in einer unerträglich lauten Welt leben würden.
Gute Reise! Aber bitte mit Rücksicht.
Es ist die Rücksicht der Reisenden, ihre sommerliche Reisefreiheit so auszuleben, dass der Schaden für die anderen begrenzt bleibt. Vielleicht geht es ohne Flugzeug? Vielleicht reicht Tempo 100? Vielleicht lässt sich der Co2-Schaden wenigstens kompensieren? Denn auch der Reisende im Auto und Flugzeug profitiert von der Rücksicht der Alten und Kranken und Sesshaften, der Rad- und Bahnfahrer, die mit ihren Steuern helfen, dass eine Autobahn gebaut wurde und das Flugbenzin subventioniert wird.
Also gute Reise! Hinaus in die Welt! Aber bitte mit Rücksicht.
Der prominenteste Platz für den predigenden Pastor: In der evangelischen Ludwigskirche von 1775 verschwindet der Altar fast unter der Kanzel.
In strahlend weißem Barock empfängt die Ludwigskirche ihre Besucher, breit angelegt, luftig, in sehr eleganter, zurückhaltender Pracht. Ein Kirchenraum, in dem der Gast sich sofort wohl fühlt; auch ein „demokratischer“ Raum, denn als sogenannte „Querkirche“ ist die Architektur darauf angelegt, dass sich viele Menschen in geringem Abstand zu Altar, Kanzel und Orgel einfinden können.
Damit ist ein Besonderes an dieser Kirche auch schon gesagt: Ich selbst habe bewusst noch nie einen so bekennend protestantischen Kirchenbau wahrgenommen. Altar, Kanzel und Orgel dominieren als gemeinsames Ensemble den Raum, wobei der Altar optisch fast verschwindet unter der erhöht angebrachten, prächtigen Verkündigungskanzel und der noch prächtigeren Orgel darüber. Hier kommt kein Zweifel auf: Das ist vor allem ein Versammlungsraum für Gläubige, weniger eine Anbetungsstätte, und deshalb darf der die Kirche stiftende Fürst auch eine prächtige eigene Loge, einen Paradeplatz gegenüber dem predigenden Pastor haben. Das alles ist historisch für die 1775 geweihte und nach dem damals regierenden Fürsten Ludwig zu Nassau-Saarbrücken (nicht etwa nach dem heiligen Ludwig) benannte Kirche schlüssig.
Trotzdem ist es ein Fake: Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört und in Saarbrücken stritt man mehr als zwanzig Jahre darüber, ob sie historisch oder modern wieder aufgebaut werden soll. Die Traditionalisten haben sich durchgesetzt, und so sehen wir eine Rekonstruktion des Zustandes der Kirche nach den Entwürfen ihres Erbauungs-Architekten Friedrich Joachim Stengel, der auch den Platz um die Kirche als repräsentatives Ensemble gestaltet hat.
Die Emporen der Ludwigskirche werden getragen von allegorischen Darstellungen, die auch ein wenig Sinnlichkeit bringen in den luftigen Kirchenraum.
Mir haben neben der ungewöhnlichen Innenraum-Anordnung vor allem auch die wunderschönen Allegorien gefallen, die die umlaufenden Emporen tragen. Ein ungewöhnlicher Kirchenraum auf einem weiten, barocken Repräsentationsplatz, ein eindrucksvolles Gegenstück zur mittelalterlichen Ortsgestaltung, die in unseren Breiten dominiert.
Jeden Abstecher wert, wenn man auf der naheliegenden Autobahn durch das Saarbrücker Stadtgebiet hindurcheilt!
Schon im Aufbruch, Ihr Mauersegler? So bleibt doch noch!
Wir brauchen Euer quirliges Leben so sehr im lichtblauen Äther dieses Sommers über den Häusern und Straßen und Plätzen unserer bedrohten Welt! Wir brauchen es so sehr, Euer Flirren und Kreisen, Euer ruheloses Tänzeln und Gleiten und Stürzen in unserer Luft. Uns steht ein Winter des Missvergnügens bevor – könnt Ihr uns nicht beistehen mit Eurem Fleiß und eurer Energie, Eurer mutigen Dynamik?
Noch seid Ihr da, Ihr rastlos flatternden und taumelnden Vögel. Im Frühjahr seid Ihr gekommen, und seither dreht Ihr Eure Kreise hoch über uns. Ihr seid zurückgekehrt in die gleichen Nischen und Höhlen unserer Gemäuer, in denen Ihr schon im Jahr zuvor gewesen ward. Oder dorthin, wo Ihr einst selbst aufgewachsen seid. Ihr seid zurückgekommen, und wir haben Euch staunend beobachtet: Wie Ihr in Treue Euer Zusammensein aus dem letzten Sommer wieder aufgenommen habt oder Euch ganz neu zusammenfinden konntet. Wie Ihr Euch neu geliebt, gebrütet, Euer neues Leben genährt habt. Wenige Wochen nur lag das Ei im Nest, wenige Wochen nur musste der kleine Mauersegler auf seinen ersten Flug warten. Als er endlich abhob, die traute Höhle seiner kurzen Kindheit verließ, dann war dieser Flug auch gleich sein bisher einziger gewesen, für Wochen und Monate, denn seither segelt und gleitet und schwingt er mit Euch durch unsere Lüfte, ist einer von Euch, einer über uns.
Mauersegler entfliehen der Kälte unseres Winters lange bevor er eintritt. Drei Monate sind sie unterwegs. Aber wir müssen bleiben, dabei könnten wir Ihre Dynamik, Ihre Ausdauer, ihre Energie so gut gebrauchen, gerade jetzt, da uns ein Winter des Missbehagens droht. Foto: Tomasz Kuran alias Meteor2017, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons
Immer in der Luft müsst Ihr sein. Ihr alle fliegt und kreist, Ihr bleibt im Flug, am Tag und in der Nacht, zum Schlafen wie zum Essen, einfach immer, denn das Fliegen ist Eure Heimat. Ihr dürft es nicht verlernen, immerzu zu segeln, zu gleiten, zu taumeln. Eure Brut muss es in wenigen warmen Wochen begreifen, sonst droht ihr der Tod.
Wie schön, dass Ihr noch da seid!
Noch dürfen wir Euch bewundern, wenn Ihr Eure luftigen Kapriolen schlagt, noch können wir dabei sein, wenn Ihr hoch hinaus steigt und dann tief hinab stürzt, voller Vergnügen und Kraft. Wir hören Euer Si-rii, si-rii, anschwellend laut, wenn Ihr herabstürzt, leiser werdend, fast verschwindend, wenn Ihr Euch entfernt. Wenn wir unseren Kopf in den Nacken legen, hinaufschauen aus unseren staubigen, hitzeflirrenden Straßenschluchten, bestaunen wir Euch: Wie kunstvoll Ihr flattert im gleißenden Sonnenlicht, wie Ihr jubelnd die Thermik der Aufwinde erspürt. Wie Ihr Euch gegenseitig und Eurer flüchtenden Beute hinterherjagt im schwindelerregenden Flug, weit und hoch oben im Himmel, weit über unseren Köpfen, so hoch und wild, dass Eure ganze Lebendigkeit für unsere schwachen Augen oft kaum noch zu sehen ist, Eure wilden Flüge dann nur noch winzige schwarze Punkte sind vor dem Blau des Firmaments.
Und auch dann, wenn in den warmen Nächten unseres nördlichen Sommers der Julihimmel sich schwärzt, wenn die Unendlichkeit über uns dunkel zu glänzen beginnt wie poliertes Ebenholz, wenn keine Wolke zu sehen ist, aber die ersten Sterne ein schüchternes Funkeln wagen, wenn wir Menschen durchatmen, weil die Hitze nachlässt – auch dann suchen wir Euch. Dort, wo die Sonne verschwunden war, der Tag noch ein paar Minuten nachlebt in zartem Blau, dort kreist Ihr dann noch immer, geduldig und zäh im Training für Euren Flug in den Süden, Eurer Flucht vor der Kälte. Fern und leise, aus weiter Höhe, klingt Euer Si-riii, si-riii – es ist der Klang einer Ahnung.
Denn bald werdet Ihr bereit sein für Eure lange Reise.
Drei Monate werdet Ihr unterwegs sein. Der drohenden Kälte Eurer Brutplätze in unserem Winter entflieht Ihr rechtzeitig, klug und vorausschauend, entschlossen, noch lange bevor die Nächte länger und die Blätter traurig werden. Ihr braucht die Wärme für Euer schwebendes Leben. Mutig überquert Ihr die schroffen Spitzen der Alpen, deren ewiger Schnee längst zu schmutzigem Schorf verkümmert ist. Ausholend gleitet Ihr über das azurblaue Mittelmeer, in dem Menschen ertrinken, die auf der Flucht sind, so wie Ihr. Schlau nutzt Ihr die flirrende Hitze der Wüsten. Unbeachtet lasst Ihr die geschäftige Umtriebigkeit Arabiens unter Euch, wo der Reichtum von Wenigen in Form babylonisch glitzernder Türme dem Himmel entgegenstrebt, die doch nur auf die bittere Armut derjenigen weisen, die sie errichten mussten.
Mit ungezählten Flügelschlägen, getragen von Eurer Leichtigkeit und strengen Disziplin werdet Ihr über die dumpfen Nebel der üppig grünen, und doch sterbenden, tropischen Wälder von Afrika hinweg gaukeln, über die austrocknenden Steppen, bis Ihr den heißen Atem des Südens erreicht. Am Ziel seid Ihr dort, wo Atlantik und der Ozean von Indien sich begegnen, wo Ihr einen südlichen Sommer lang von den salzigen Lüften der großen Meere getragen werdet.
Mit instinktiver Geduld werdet Ihr dort warten, bis es wieder zurückgeht. Dann gleitet Ihr den ganzen Weg wieder nach Norden, zurück in unseren Frühling im verunsicherten, zerrütteten Europa der vagen Hoffnungen, zurück zu unseren alten Häusern und Euren Brutnischen.
Seit Jahrtausenden macht Ihr sie das so. Ihr seid über die Kriege hinweggeflogen, die wir geführt haben, bemerktet nichts vom Sterben mächtiger Dynastien und Weltreiche, habt flügelschlagend weggesehen, wenn unter Euch die Welt brannte, wusstet nichts von unseren Verbrechen und Abgründen, interessiertet Euch nicht für unsere Momente des Glücks und der Niedertracht.
Aber noch seid Ihr da.
Noch übt Ihr für Euren weiten Weg durch die Lüfte. Noch vertraut Ihr der Wärme unserer Städte, unserer Felder und Wälder. Noch kreist Ihr in den heißen Tagen und lauwarmen Nächten unseres Sommers.
Ach Mauersegler, könntet Ihr nicht bleiben?
Mehr denn je werden wir Eure Leichtigkeit brauchen, Euer Vertrauen in unsere Lüfte und Winde, Eure Treue zu unseren Häusern und Höhlen! Wir werden Eure Erfahrung brauchen im Aufspüren einer wärmenden Thermik, die uns trägt und schützt im nächsten kalten Winter. Könntet Ihr sie uns nicht lehren, Eure Klugheit und Zähigkeit im Umgang mit drohender Kälte, Eure Fähigkeit, sich zusammenzutun und gemeinsam so einen mühsamen weiten Weg in die Wärme zu wagen?
Wenn Ihr fortfliegt, fort von uns, dann werden wir zurückbleiben, festgenagelt am kalten Boden unserer heraufordernden Tatsachen, eingesperrt in den trägen Gewohnheiten unseres geborgten, oft sogar geraubten Wohlstandes.
Oder, Ihr Mauersegler, könntet Ihr uns nicht mitnehmen?
Vielleicht könnten wir von Euch etwas lernen über Demut und Ausdauer für einen langen Weg, über Geduld und Leichtigkeit und die unerschöpflichen Kräfte des Windes und der Sonne, die euch tragen?
Aber nein, wir könnten Euch nicht begleiten, viel zu belastet sind wir, viel zu wenig mutig, viel zu zaudernd. Wir würden palavern und streiten, statt Euren kräftigen Flügelschlag zu lernen, um voranzukommen. Eurer Freiheit würden wir misstrauen; sie würde uns Angst machen, scheuen würden wir all die Mühe der vielen tausend Kilometer, die Ihr gemeinsam auf Euch nehmt, ohne zu fragen, ohne zu diskutieren, ohne einen Anführer. Ihr gleitet in luftiger Selbstbestimmung der Wärme hinterher, statt faul und klagend herum zu hocken in einem goldenen Käfig, in dem es übel riecht nach Unfreiheit, Blut und Gas. Nein, leider, wir müssen hier bleiben.
Mauersegler, wie wird unser Winter wohl werden ohne Euch?
Zu diesem Text inspiriert haben mich u.a. auch die faszinierenden Fotos von Lothar Schiffler über die Flugbahnen von Mauerseglern: https://lothar-schiffler.de/home/ Die Bilder sind auch in Ausstellungen zu sehen, zuletzt in Schorndorf, ab 12. Juli 2022 bis Jahresende im Naturkundemuseum Bamberg.
54 Säulen, 145 Fenster – der neugotische Linzer Mariendom beeindruckt durch seine Weite, die den Besucher zunächst verstummen lässt. Die Dom-Verantwortlichen haben sich aber für einen Rundgang voller Überraschungen viel einfallen lassen.
Mit neugotischen Kirchen ist es ja so eine Sache. Man kennt die „echten“ gotischen, die traumhaften Kathedralen in Frankreich, Belgien, den Niederlande, und auch die großen Bischofskirchen in Deutschland, ist fasziniert von ihrer unvergesslich strahlenden, himmelstürmenden Schönheit, ist voller Ehrfurcht vor ihrem Alter – und infolge dessen auch voller Skepsis gegenüber den modernen Nachahmer-Bauten.
Mit entsprechend prüfender Haltung habe ich auch den Linzer Mariendom betreten, noch dazu auf direktem Wege aus dem „alten Dom“ kommend, der barockisierten Kirche Anton Bruckners, die, eingeklemmt im Altstadtgewirr von Linz, zu klein geworden war für die Schar der Gläubigen. Der Mariendom wurde daher seit 1862 am Rand der Altstadt auf freiem Gelände neu gebaut und als neue Hauptkirche im Jahr 1924 geweiht, bis 1935 fertiggestellt. Eine ziemlich neue Kirche also, wenn auch keine moderne.
Selten hat mich aber dann ein Kirchenbau so beeindruckt wie dieser. Seine Ausmaße sind riesig, die größte Kirche Österreichs, mehr als 5000 Quadratmeter Grundfläche. Sie durfte aber nicht die höchste ihres Landes werden, da es keiner Kirche in Österreich anstand, höher zu wachsen als der Wiener Stephansdom. Also ist der Turm zwei Meter niedriger. Sonst aber ist das Raumprogramm von einer Weite bestimmt, die den Besucher verstummen lässt. 54 Säulen tragen diesen Riesenbau, 17 Altäre füllen ihn, und trotzdem ist so viel Platz, dass man sich fast verlaufen könnte.
Wann wir jemals wieder der katholische, überhaupt irgendein christlicher Glaube, in Westeuropa wieder so attraktiv sein, um außerhalb Roms ein solches Gebäude zu füllen? Falls das überhaupt ein sinnvolles Ziel ist, falls es also irgendwo gelingen sollte, dann vielleicht in Linz. Der Mariendom, durchflutet vom Licht farbig strotzender Gemäldefenster in nackenstarrend himmlischer Höhe lässt den Besucher nicht in kontemplativer Ruhe. Die Glasbilder dokumentieren zum Teil die Geschichte ihrer Stadt bis zum Zeitpunkt des Kirchenbaus.
Keine Angst vor heiklen Themen: Das Bildprogramm der Gemäldefenster wird zu einer Ausstellung über „Frauenbilder“.
Das Bildprogramm der Fenster holen die offenbar besonders engagierten Dom-Verantwortlichen in Linz mittels Fernrohren in den Lupenblick des interessierten Betrachters, spekulieren dabei über historische Bezüge mit heute diskutierten gesellschaftlichen Fragen. So erfährt man zum Beispiel, warum die im Glasfenster verewigte Valeria, Weggefährtin des hingerichteten Heiligen Florian Männerkleider trägt, vermutlich aber eine Frau war. Und was uns das heute über Identitätsfragen sagt. Welche katholische Kirche traut sich, solche Themen offensiv anzusprechen? Viel zu wenige; im Mariendom geschieht es, klug und einladend.
Eine politische Kirche ist das, auch schon am Eingang, wo eine Gedenkinschrift für den umstrittenen österreichischen Kanzler Dollfuß aus heutiger Sicht historisch neu eingeordnet wird. Und auch das Angebot, auf dem Turm in 68 Metern Höhe eine Woche lang als Schweige-Eremit zu leben, mitten in der Stadt, „nicht sichtbar, und doch präsent“, hebt diese Kirche von anderen ab, was gesellschaftliches Bewusstsein betrifft.
Über den Mariendom in Linz finden sich zahlreiche Quellen im Netz.
Die Sonne scheint, die Lagune glitzert, der Gondoliere singt. Kein Zweifel, wir sind in Venedig, wenn auch nicht in unserer Zeit. Ein kleiner Junge, so um die zehn Jahr alt, folgt seinen Eltern im adligen Ornat über den Markusplatz. Der Junge und seine Familie hatten sich ihren Weg gesucht durch die verwinkelten Gassen ihrer Stadt, sie waren Kanälen gefolgt und hatten sie auf Brücken überquert. Sie sind unterwegs zu den edlen Geschäften rund um den arkadenbestandenen Platz; sie wollen sehen und gesehen werden. Und sie wissen, dass ein großes Ereignis bevorsteht: Die Wahl eines neuen Dogen von Venedig.
Da kommt ein Herr auf sie zu, stolzer Bart, prächtiges Gewand, ein Mitglied des Rates der venezianischen Republik. Er bahnt sich den Weg zur Familie, hindurch zwischen den anderen Venezianern, die da herumwandeln, noch ungestört von Touristen, keine Selfies, keine Tauben, vielleicht ein paar Straßenhändler, einige flatternde Möwen.
Die ganze Pracht des Reichtums von Venedig zeigt sich im Dogenpalast – und doch ist er mehr als ein Schloss. Der Palast war über Jahrhunderte Ort einer fein austarierten Machtbalance.
„Du bist der Ballotino!“, ruft der edle Fremde, der Hochgestellte, dem Jungen zu. Der Ruf ist laut, und die Umstehenden bilden sofort einen Kreis um das Kind. Sie jubeln und klatschen. Die Eltern erstarren, blicken unsicher herum. Sie sind stolz, aber sie wissen auch, was dieser Moment bedeutet. Ihr Kind ist von diesem Augenblick an versprochen an eine Tradition der großen Handelsnation, der Weltmacht an der Adria. Ihr Kind wird für die Wahl des nächsten Dogen benötigt, es ist ausgesucht worden, zufällig, willkürlich, und gehört künftig zum Gefolge des noch zu wählenden Oberhauptes des reichen Stadtstaates.
Das Ziel war Machtbalance …
600 Jahre lang gab es solche Momente im Leben eines venezianischen Jungen, insgesamt mehr als 120-mal, beginnend im 12. Jahrhundert, zuletzt im Jahr 1789. Der Ballotino wurde nach der Verfassung der venezianischen Republik benötigt, um die Wahl eines neuen Dogen durchzuführen. Den Dogen durften nur Männer aus adligen Familien Venedigs wählen. Diese Männer bildeten den Rat, aus dessen Kreis der neue Doge auf Lebenszeit bestimmt werden musste. Um die Machtbalance der adligen Familien zu erhalten, verfeinerten die Venezianer ihr kompliziertes Wahlsystem über viele Jahrhunderte immer weiter.
Am Anfang der Wahl sollte der blanke Zufall stehen. Ihn garantierte der Ballotino, ein zufällig auf dem Markusplatz ausgesuchtes Kind, natürlich auch wieder kein Mädchen. Dem Bub kam die Rolle zu, aus einem großen Lostopf mit so vielen Kugeln, wie es Mitglieder des Rates gab, jene 30 vergoldeten Kugeln zu ziehen, die für die 30 ersten zufällig ausgelosten Teilnehmer am Wahlverfahren standen.
Venedig war über die Jahrhunderte seiner Blüte eine oligarchische Herrschaft mit demokratischen Zügen. Das nicht-adlige Volk war von der Macht ausgeschlossen. Die adligen Familien der Stadt misstrauten sich so sehr, dass sie keinem der ihren die Chance zur alleinigen Herrschaft einräumen wollten. Sie waren sich aber einig darin, was auf keinen Fall eintreten sollte: Dass eine Familie die ganze Macht als Erb-Herrschaft an sich riss. Also ertüftelten sie ein ausgefeiltes System von Gremien und geteilten Verantwortlichkeiten, das allzu viel Macht an einer Stelle über Jahrhunderte wirksam verhinderte.
… und am Anfang sollte Zufall stehen
Am Anfang auf dem Weg zur wirksamen Machtbalance griff der Ballotino in den Lostopf, Nach zahlreichen weiteren komplizierten Wahlgängen wurde am Ende des Prozesses (in einem Konklave, wie bei der Papstwahl) ein neuer Doge bestimmt. Der musste einen heiligen Eid auf die Verfassung leisten und repräsentierte anschließend alle Macht und Pracht der Löwenrepublik in seinem berühmten Palast, den heute Hunderte Touristen täglich durchwandern.
Selbst war er aber weitgehend handlungsunfähig. Vielköpfige Gremien und einflussreiche Berater, die er sich nicht aussuchen konnte, sondern ihrerseits gewählt wurden, stellten sicher, dass der Doge seine Macht niemals allzu sehr ausdehnen konnte. Der Dogenpalast war zwar auch der prunkvolle Wohnsitz des Staatsoberhauptes, gleichzeitig aber Sitz aller Machtgremien und sogar der Gerichtsbarkeit der Republik. Die dort Verurteilten wanderten seufzend über die berühmte Brücke direkt ins Gefängnis.
Der Saal des großen Rates im Dogenpalastes: Hier tagten die Adligen, aber sie hatten nicht die alleinige Macht. Das Gremium war einem Parlament nicht unähnlich. Mit unseren heutigen Vorstellungen von Demokratie hatte die Republik allerdings nichts gemein.
Heute nennen wir es: Gewaltenteilung. Die Venezianer mögen sie als Verfassungsprinzip nicht erfunden haben (denn schon die Griechen und Römer hatten dorthin weisende Konzepte), aber sie haben sie in einer Zeit vorgelebt und durchgehalten, in der es im restlichen Europa fast nur absolutistische Herrscher gab.
Zeit für einen Cappuccino!
Nehmen wir kurz Platz in einem Café an der Lagune und genießen den Blick auf die einzigartige Kulisse dieser Stadt. Schauen wir sie uns an, diese einmalige Mischung aus morbider Urbanität, strahlendem Glanz der Paläste, dem Plätschern des Wassers, dem ruppigen Brummen der Vaporetti, dem Rauschen und Rufen der Menschenmassen. Venedig ist auch eine schöne Kulisse unserer romantischen Träume, eine Projektionsfläche für unsere Hoffnungen nach einer schöneren Welt.
Venedig ist kompliziert, seine Wege sind mühsam, verwinkelt und kraftzehrend. Warum nicht einfach abreißen?
Dabei weist uns die Geschichte dieser Stadt selbst in diese schönere Welt. Sie erzählt von der stabilisierenden Kraft der Machtbalance. Uns mag sie als selbstverständlich gelten, die Trennung von Staat, Verwaltung und Justiz. Die Befassung mehrerer Gremien mit einem Gesetz, in verschiedenen Parlamenten. Wir rollen die Augen, wenn in Brüssel Parlament und Regierungen und eine Kommission miteinander ringen, wenn im deutschen Föderalismus der Bund mit den Ländern streitet. Das mag alles sehr kompliziert und mühsam sein, aber es teilt die Macht, es sorgt für eine Annäherung an Gerechtigkeit, es ist Grundlage für freiheitliche Entfaltung des Einzelnen.
Es unterscheidet uns von den Tyrannen und Autokraten, die in unserer Zeit wieder ihre Völker mit Gewalt und ihre Nachbarn mit Krieg und Terror überziehen, weil sie vor nichts mehr Angst haben, als vor einer Teilung ihrer Macht mit den Menschen ihrer Völker.
Wie einfach wäre es, das ganze Gewirr abzureißen?
Machtbalance herzustellen und zu leben ist so kompliziert wie das Wahlverfahren des Dogen, der Weg dorthin ist so verwinkelt wie diese Stadt mit ihren schmalen Kanälen und engen Gassen, so mühsam wie ihre steilen Treppen und schmalen Brücken. Wie einfach wäre es, das ganze Gewirr, das ewige Hin und Her einfach niederzureißen und eine breite Straße zur Macht zu planieren?
Nicht doch!, ruft der empörte Venedig-Besucher.
Ein Blick auf diese Stadt am Wasser, ein Spaziergang in ihren Gassen, zwischen Palästen und Kirchen, eine schaukelnde Fahrt durch die Kanäle und hinaus auf die Inseln, quer über die Lagune, ein staunender Gang durch die reich verzierten Säle der verschiedenen Räte im Dogenpalast lässt den Besucher die ganze Magie der Machtbalance erleben. Es ist jede Mühe wert, sie zu erreichen und zu erhalten.
Zur Verfassung der Republik Venedig und zum Ablauf einer Dogenwahl habe ich Bezug genommen auf die Arbeiten von Hans-Jürgen Hübner, nachzulesen bei http://www.geschichte-venedigs.de/verfassung.html
Über die besondere Magie der Begegnung von Richard Wagner und der Stadt Stuttgart im Jahr 1864 hätte man sich natürlich schon viel früher informieren können. Sie ist offen nachlesbar in den Biografien über den Komponisten, und echte Wagnerianer kennen sie längst.
Trotzdem sei sie hier noch einmal kurz erzählt: Fünf Tage hat sich der schwierige Charakter in Stuttgart aufgehalten, vom 29. April bis 3. Mai, und er befand sich in einer katastrophalen Situation. Zwar hatten seine Werke durchaus Aufmerksamkeit in ganz Europa gefunden, und auch eine umstrittene Bekanntheit hatte sich Wagner bereits erarbeitet. Aber wo auch immer der stürmische Mensch in Erscheinung trat, gab es Ärger. Sachsen hatte er fluchtartig verlassen müssen, da ihm aufrührerische Aktivitäten vorgeworfen wurden. In Wien hatte er Schulden gemacht, die er nicht ausgleichen konnte, auch nicht mit Hilfe von Gönner(inn)en. Auch Wien musste er also auf schnellstem Wege hinter sich lassen, die Gläubiger im Nacken.
Wagner in Stuttgart: Ein Missionar in eigener Sache, sperrig, von künstlerischem Schöpfergeist besessen redet er auf das schwäbische Volk ein. (Szene aus dem Stadtspaziergang der Oper Stuttgart zur Ankunft Wagners in Stuttgart, Darsteller: Peer Oscar Musinowski, Schauspiel Stuttgart)
Verarmt, unerreichbar verliebt, obdachlos
Verliebt hatte er sich auch noch, ungeschickterweise in die Ehefrau Cosima seines Freundes und wesentlichsten Förderers, Hans von Bülow, wobei für Wagner keine relevante Rolle spielte, dass er bereits seit 28 Jahren, wenn auch aus seiner Sicht unglücklich, verheiratet war. Wagner lebte auf der Flucht vor seiner eigenen Vergangenheit, auch vor den Folgen seines ungestümen, oft rücksichtslosen Charakters. Zu seiner Frau Minna in Dresden konnte er aus politischen Gründen nicht zurück und wollte es auch emotional nicht.
Er war ein Obdachloser, verkaufte Teile seines Hausstandes und bei Konzertauftritten und Reisen erhaltene Gastgeschenke, um wenigstens die Hotelrechnungen bezahlen zu können. Seine Förderer zogen sich vor dem wilden, ungebändigten Geist dieses Mannes zurück und signalisierten wachsenden Widerwillen, ihn bei sich aufzunehmen.
„Ich bin am Ende!“
In dieser Lage kam Richard Wagner am 29. April 1864 nach Stuttgart. Logis nahm Wagner – ohne dafür zahlen zu können – im damaligen Hotel „Marquardt“ neben dem alten Bahnhof. Am Neckar hatte er noch einen Freund, den Kapellmeister der württembergischen Hofkapelle, Karl-Anton Eckert. Der versprach ihm nicht nur Kost, er wollte auch den Kontakt zum Intendanten des Hoftheaters herstellen. Seinen Freund Wendelin Weißheimer, der ihn in Stuttgart aufsuchte, und mit dem er die „Meistersinger“ fertigstellen wollte, begrüßte er mit den Worten: „Ich bin am Ende!“ Und der befreundeten Schriftstellerin Eliza Wille schrieb er aus Stuttgart an den Zürichsee: „Freundin, Sie kennen den Umfang meiner Leiden nicht, nicht die Tiefe des Elends, das vor mir liegt.“
Ein Festspielhaus im Kurpark?
Wagner hoffte in höchster Not, in Stuttgart Aufführungschancen zu erhalten, vielleicht einen Vorschuss, der ihn über die nächsten Wochen retten könnte. Welche Wendung hätte das Stuttgarter Kulturleben nehmen können, wenn es zu einem Engagement Wagners am Neckar gekommen wäre? Vielleicht stünde dann jetzt das Festspielhaus nicht auf dem Hügel in Bayreuth, sondern im Kurpark von Bad Cannstatt?
Erfolgreiche Abwerbung: In diesem Gebäude am Stuttgarter Schlossplatz fand das Gespräch zwischen Richard Wagner und dem Emissär von Ludwig II. statt, das den Komponisten vor dem Ruin rettete. jetzt ist es das „Hotel Utopia“ der Oper Stuttgart.
Aber es kam anders. Ohne dass Wagner etwas davon ahnte, reiste ihm bereits seit zwei Wochen auf seinen wilden Fahrten durch halb Europa ein Mann hinterher. Er hatte einen prominenten Auftraggeber. Der bayerische König Ludwig II., gerade erst auf den Thron gelangt, ein „Jüngling von bedenklicher Schwermut und Menschenscheu, schön, dunkeläugig und homophil“ (so Martin Gregor-Dellin in seiner Biografie über Richard Wagner) hatte als 15jähriger den „Lohengrin“ gesehen und war seither besessen davon, Richard Wagner kennenzulernen und zu fördern. Nun, als König, hatte er auch Macht und Mittel dafür. Er ließ nach Wagner fahnden.
In Stuttgart spürte der bayerische Abgesandte Franz von Pfistermeister das unmittelbar vor dem Ruin stehende Genie auf und informierte den Staunenden über die Anbetung durch den jungen König. Er habe den Auftrag, Wagner sofort nach München zu bringen und dem König persönlich vorzustellen.
Ein gemachter Mann – von einem Tag auf den anderen
Und so kam es. Noch am selben Tag, dem 3. Mai, nachmittags um fünf bestieg Wagner zusammen mit Pfistermeister den Zug von Stuttgart nach München, überwand die Alb, überquerte die Donau, dampfte an Augsburg vorbei und eilte schließlich in die Münchner Residenz. Wagner war von diesem Tage an ein gemachter Mann, er hatte keine materiellen Sorgen mehr, denn für sein Auskommen sorgte der junge König. Beide bezahlten dafür einen Preis, massive Ablehnung und persönliche Demütigungen kosteten dem kranken König schließlich das Leben und Wagner musste aus München nach Bayreuth flüchten.
„Grünliche Dämmerung“ über den Hügeln des Kessels …
An Hügeln hätte es nicht gemangelt, aber hätte Stuttgart ein Wagner-Festspielhaus geschmückt? Wäre die protestantische Stadt bereit gewesen für die Kunst des romantisch-barocken Wagner? Der Kulturflaneur darf skeptisch sein. Die Oper Stuttgart nähert sich dieser Frage mit dem durchaus anspruchsvollen Film über die Stuttgarter Tage von Richard Wagner. Es ist eine sehr schwäbische Antwort. Der Film trägt den Titel „Grünliche Dämmerung“, und lässt schon allein damit allen politischen Spekulationen Raum. Er dauert etwa eine halbe Stunde, erfordert Humor und Aufmerksamkeit, und am Ende geht man hinaus und denkt sich: Vielleicht ist es besser, dass er nach München weitergezogen ist. Wir haben den Daimler und die Mineralbäder.
Inspiriert zu diesem Text hat mich das Frühjahrsfestival der Oper Stuttgart mit dem Titel „Hotel Utopia – Richard Wagners fünf Tage am Neckar zwischen Ruin und Rettung“, insbesondere auch der geistreiche und sehr sinnliche Stadtspaziergang zu Wagners Ankunft in Stuttgart (vom 18. Mai 2022). Das Programm des Frühjahrsfestivals dauert noch bis 22. Mai: https://www.staatsoper-stuttgart.de/spielplan/a-z/hotel-utopia/
Zum Film „Grünliche Dämmerung“ gibt es derzeit auf Youtube nur den Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=hfcKtGDNezM Über das weitere Schicksal des Films außerhalb des Frühjahrsfestivals wurde noch nicht entschieden.
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